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Über den Weg bis zum Gartentor kriecht eine Weinbergschnecke. Ich laufe mehrfach an ihr vorbei: Mülleimer leeren, Briefkasten, Garage und wieder zurück. Die kommt ja gar nicht vorwärts, denke ich. Schneckentempo halt. So wie ich das auch oft beklage bei dringend nötigen Veränderungen in unserer Gesellschaft: Klimaschutz oder soziale Ungleichheit, Umgang mit Migration. Alle spüren, da muss sich was ändern, aber es geht – mindestens gefühlt – kaum voran. Der Schnecke ist ihr Schneckentempo wurscht. Sie weiß genau was sie will. Peilt ihr Ziel an und kriecht geduldig weiter. Vielleicht wäre das auch ein Ansatz: nicht immer nur auf die Geschwindigkeit achten, sondern viel mehr auf die richtige Richtung? Weil auf der Erde eben alles ein bisschen dauert. Jesus hat oft vom Reich Gottes gesprochen. Kein Paradies in den Wolken, sondern eine Lebenswelt, wie Gott sie sich eigentlich für uns Menschen gedacht hat: friedlich, fair, alle kommen zu ihrem Recht. Dieses Ziel sollen Christen anpeilen. Jeden Tag. Jesus hat versprochen, diese neue Welt kommt. Nicht erst zu einem bestimmten Datum. Sie ist schon da. Immer dort, wo wir die richtige Richtung im Blick behalten.

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