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Wenn nichts mehr geht, dann geh! Schreibt es Benediktinerpater Anselm Grün. Mein erster Gedanke: Na der macht sich’s leicht. Soll das heißen: Wenn’s schwierig wird, laufe ich einfach weg? Wie verantwortungslos! Und außerdem: Als ob das immer so leicht ginge. Aber vielleicht meint Anselm Grün ja auch was anders. Vielleicht geht’s gar nicht darum, sich vor Verantwortung zu drücken. Sondern ganz wörtlich: zu gehen. Loszulaufen. Weil Gehen hilft. Es macht den Kopf frei. Baut Aggressionen ab. Ja kann sogar Depressionen vorbeugen. Vielleicht hat Anselm Grün sich das ja bei Jesus abgeschaut. Der war mit seinen Freunden fast immer unterwegs – zu Fuß. Und nach solchen Wegen hatten seine Freunde oft neue Ideen, wie sie die Herausforderungen ihres Lebens anpacken konnten. Deshalb: Wenn bei Euch heute nichts mehr geht, dann geht doch einfach mal ne kleine Runde. Manchmal ist das schon der erste Schritt, damit wieder was in Bewegung kommt.

Foto: (c) privat
© radio m 










Jesus: Nach Überlieferung 3 Jahre aktiv, von seiner restlichen Lebenszeit ist wenig bekannt. Ja er hat sich als 12-jähriger Junge schon mit religiösen Themen ausgekannt. Unbekannt ist, wie stark er dabei Mensch war oder Gott-Mensch. Als Mensch musste er sich Thora-Wissen erst aneignen, als Gott wusste er schon, was in der Thora steht. Ein Geheimnis. Um dieses Geheimnis gab es im Mittelalter sogar einen starken Richtungsstreit. Vorstellbar ist sogar, dass er als Gott parallel im Himmel weiterexistierte, während er als Mensch auf der Erde war. Ich vermute aber: Er wurde in der Zeit auf der Erde seiner Göttlichkeit beraubt und musste wie ein Mensch mit dem Leben und mit Schwierigkeiten und Anfeindungen klarkommen. Doch Wunder konnte er vollbringen. Er betonte immer wieder, dass er das nur durch die Verbindung zum Gott-Vater kann.
Aber was „gehen“ angeht, so ging Jesus sehr viel umher. Er war beim Volk. Er studierte nicht. Er las keine Bücher. Er hielt sich aus der Politik heraus. Er hielt sich sogar aus politisch brisanten Themen heraus. Er sagte nicht, dass Johannes der Täufer Recht hat, dass sich Herodes nicht die Frau seines Bruders einfach anverleiben darf. Es ist auch nicht bekannt, ob Jesus solche Missstände angeprangert hat. Ja. Jesus ging viel. Er schrieb keine Texte nieder. Er hatte unglaublich gute Gleichnisse und ein Gespür, was sich die Leute gut merken können. Er hatte auch kein Mikrophon mit Lautsprechern. Jesus gibt sich damit zufrieden, dass wir seine Geschichten nur durch Erzählungen, bzw. nachträglich schriftliches Berichten wissen.
Nach der Auferstehung ging er auch relativ schnell, nach ca. 40 Tagen endgültig weg. Was sagt es uns, dass er ging? Leute, das muss reichen, mehr gibt`s nicht von mir (als leibhaftiger Mensch-Gott). Ab jetzt: Selber klarkommen mit viel Glauben!
Viel behaupten neu-modern: Jesus will zu jedem Gläubigen eine persönliche Beziehung haben. Umgekehrt stimmt es eher: Jeder Gläubige will zu Jesus eine persönliche Beziehung haben. Ich meine, das muss man als Bibel-Text-Interpretation sehen (persönliche Beziehung hin oder her oder hin und her). Ich will aber auch nicht behaupten, dass es nicht so wäre. Eben ein Geheimnis. Ein Geheimnis ist halt ein Geheimnis und keine aufgedeckte Wahrheit.