Ab jetzt abwärts?
Wer ganz oben angekommen ist, hat ein Problem: Es kann nur noch abwärts gehen. Wie finde ich dann noch einen Sinn?
Wer ganz oben angekommen ist, hat ein Problem: Es kann nur noch abwärts gehen. Wie finde ich dann noch einen Sinn?
Mein Geburtstag ist noch nicht lange her, jetzt stecke ich so richtig in der Lebensmitte. Hat was von einer Fahrt im Riesenrad. Im letzten Sommer saß ich in einem drin. Genau am allerhöchsten Punkt, ist das Riesenrad stehengeblieben. Die Aussicht: grandios, trotzdem war mir mulmig. Windböen haben unsere Gondel schaukeln lassen und ich wusste: Wenn es gleich weitergeht, dann abwärts. Na danke! Das kann doch nicht mein neues Lebensgefühl sein? Christen zitieren an Geburtstagen gern ein Lied aus der Bibel. Darin betet jemand: Das Leben dauert 70, vielleicht auch 80 Jahre. Aber alles, was uns oft so wichtig erscheint, ist nur trügerische Sicherheit. Die Jahre fliegen vorbei… Ja, da ist was dran. Und deshalb bittet dieser Beter Gott: Mach mir bewusst, wie kurz das Leben ist, das ich meine Tage weise nutze! Das Riesenrad hat noch eine Runde mit mir gedreht. Und mir sind noch viele Dinge eingefallen, wie ich meine Tage künftig nutzen will: Dankbar, fröhlich, sinnvoll, ruhig, nicht nur für mich, offen und mutig. Allen, die heute Geburtstag haben, wünsche ich Gottes Segen und einen neuen Blick auf alles, was kommt!
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Bei früheren Krisen (ich rede von den letzten 25 Jahren), war irgendwie immer die Hoffnung da, dass der Wind, der einem um die Ohren bläst nur zu Aufregung führt.
Der Wind der uns durch die Pandemie um die Ohren weht, ist doch schon etwas beängstigend. Die Gründe sind vielfältig. Ein Grund ist, dass es unsere Demokratie und die demokratischen Strukturen gefährdet.
Klar kann man sich immer wieder auf sich selbst zurückziehen und sagen, ich kümmere mich mal um mich, weil ja immer der Wind nicht so tragisch war. Ich will nicht behaupten, dass der Wind jetzt besonders tragisch ist, aber ich will darauf hinweisen, dass es einen Punkt gibt, bei dem die Rückbesinnung auf mein eigenes Wohlempfinden, meine eigene Ruhe vor Gott, dann zum Egoismus und zum Fatalismus neigt.