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Ein Freund von mir ist begeisterter Bergsteiger. Mehrmals im Jahr wandert er von Hütte zu Hütte und sagt: „Berghütten sind wie Kirchen.“ Dort begegnen sich Menschen ehrlich und unverstellt, oft in Funktionsunterwäsche auf dem Flur, verschwitzt, müde, aber echt. Niemand ist geschminkt oder legt Wert auf perfekten Stil. Auch Kirche erlebt er so: als einen Ort, wo man sein darf, wie man ist. Ohne Fassade, mit allem, was das Leben mit sich bringt. So wie man am Abend in der Hütte zusammensitzt, Geschichten teilt, das Geschaffte feiert, so feiert er in der Kirche Lebenshöhepunkte. Und teilt auch das Schwere: Trauer, Zweifel, Schmerz. Deshalb liebt er Berghütten. Und die Kirche. Als einen Ort echter Gemeinschaft. Ich vermute, dass sich danach viele sehnen: nach einem Platz, wo ich, ich sein kann. Und nicht allein bleiben muss. Ich wünsch euch, so einen Platz. Und wenn ihr ihn noch nicht gefunden habt: Probiert es doch auch mal mit der Kirche?!

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