Ganz & gar

Glauben ist eine Sache des Kopfes. Alles darüber hinaus ist vor allem eins: anstrengend. Aber auch lohnenswert?

1 Kommentar
Kommentare
  1. Joachim S.
    Joachim S. aus der Schweiz sagte:

    Ich muss der Nachbarin recht geben. Ein Leben als Christ zu führen, das strengt an und fordert immer wieder Nachdenken, Bewerten, Richtiges Handeln, sich selbst vergeben, anderen vergeben, Fühlen, Lieben wo man es normalerweise nicht täte, vergeben, die eigenen Begrenztheiten wahrnehmen, die Grenzen von ausserhalb wahrnehmen oder sogar schmerzlich erleiden, Gott, Teufel, Apostel, Propheten, Jesus, Maria und Engel als reale Existenz zu verarbeiten ( verarbeiten zu müssen ! ).
    Ich hab keine Ahnung, wie viele Menschen meine Kommentare lesen. Ich habe dazu nur ganz wenig Feedback. Negativ-Äusserungen und Positiv-Äusserungen dazu halten sich ungefähr die Waage (was mir bekannt ist).
    Ich empfinde es als anstrengend (obwohl ich wie süchtig Kommentare schreibe!).
    Als „Einigermassen-Lösung“ kann ich folgendes anbieten:
    *** Bei einem Thema betrachtet man die linke Leitplanke und die rechte Leitplanke.
    Und man sucht den Weg dazwischen (und nicht das anstrengende Antouchieren der Leitplanke). Ja wie sieht nun der Weg aus? ***
    Beispiel: Abtreibung ist verboten ist die rechte Leitplanke. Abtreibung liegt im Selbstbestimmungsrecht der Frau über ihren Körper, ist die linke Leitplanke.
    Ja wie sieht nun der Weg aus?
    Kreuzen sich die Leitplanke, gibt’s gar keinen Weg ( Böser Trick zum Thema ! ).
    Verlässt Du den Weg, der durch Leitplanken gekennzeichnet ist, dann bist Du im Bereich der Einbildungskraft, des Drogenkonsums oder der extrem krankhaften psychischen Störungen unterwegs. Ja wie sieht nun der Weg aus?

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„Ist das nicht anstrengend?“ fragt vor kurzem meine Nachbarin, die festgestellt hat, dass unser christlicher Glaube für uns mehr ist als Tradition. Oder wie sie sagte: „Ihr lebt das richtig.“ Nun, für mich ist mein Leben ein Geschenk Gottes, das ich mit ihm gestalten will. Andere sagen dazu auch: Sie widmen ihr ganzes Sein Gott. Oder übergeben es Gott. Für unsere Ohren klingt das schnell nach Selbstaufgabe oder auch Kontrollverlust. Und vielleicht ist es das auch ein stückweit. Ich gestalte meinen Tag und versuche das zu Leben, was Gott in der Bibel rät. Aber ist das anstrengend? – Natürlich fordert es mich, wenn ich entgegen dem Mainstream nicht alles für mich raushole, sondern mich für andere einschränke oder sogar einbringe. Oder wenn ich meinem Feind liebevoll begegnen soll. Andererseits darf ich erleben, wie diese Liebe das Miteinander nachhaltig verändert, wie Großzügigkeit auch MEIN Leben bereichert und, dass ich in Gott jemanden haben mit dem ich alles Schöne teilen darf, der aber auch dann da ist, wenn ich die Kontrolle verliere. Mein Leben mit Gott gestalten fordert, aber erfüllt auch auf seine ganz eigene, unvergleichliche Weise.