Klären statt urteilen
Zuerst läuft es gehörig schief und dann wird es für alle ein Desaster – aber Jesus zeigt eine Perspektive.
Zuerst läuft es gehörig schief und dann wird es für alle ein Desaster – aber Jesus zeigt eine Perspektive.
Da ist etwas ganz gehörig schiefgelaufen. Da sind Verzweiflung, Sprachlosigkeit und Angst. Jeglicher Mut und jegliche Hoffnung sind erloschen. Und Menschen zeigen mit dem Finger drauf, klagen an, verurteilen, wollen sich die Hände aber nicht schmutzig machen. So lese ich die biblische Geschichte einer Frau, die des Ehebruchs überführt wird und nun Männern gegenübersteht, die sie verächtlich anschauen und steinigen, also töten wollen. Um das Todesurteil aber abzusichern, fragen sie Jesus, ob sie mit ihrem Urteil richtig legen. Eigentlich erwarten sie auf ihre Frage keine andere Antwort, als die, sie sich selbst schon gegeben haben: schuldig in allen Punkten. Todesurteil. Aber Jesus sieht das anders und macht es anders. Zuerst spricht er die Ankläger an und fragt sie, ob sie denn noch nie schuldig geworden sind. Ups! Da ist die Luft schon raus. Sie trollen sich, beschämt, vorgeführt, aber sicher auch verärgert. Dann spricht Jesus die Frau an. Sie reden über die Anklage, aber Jesus urteilt nicht. Das Gespräch wird zum klärenden Gespräch. Die Frau bekommt die Chance, ihr Handeln anzuschauen und einzuordnen und auch für sich Konsequenzen zu ziehen. Mir zeigt das einmal mehr, wie wichtig es ist, nicht vorschnell zu urteilen, sondern den anderen erstmal anzuhören und mit ihm ins Gespräch zu kommen. Miteinander sprechen hilft. Immer.
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Ich habe Mühe damit, bei einem Thema, wo es um Leben und Tod geht, von der übertragenen Situation eines nötigen Klärungsgesprächs zu sprechen.
Mit den Steinigern kann man kein Klärungsgespräch führen, weil sie sich nach religiösem Recht, dazu berechtigt, ja sogar verpflichtet fühlen.
Ich glaube, dass das Thema eher ein Thema ist, über „Macht“ zu sprechen. Wer hat die Macht, Gnade statt Recht gelten zu lassen? Antwort: Jesus
Klar ist: Wäre Ehebruch an der Tagesordnung, zerreisst es eine Gesellschaft.
Nebenbei: Bezahle die Frau dafür, ist es kein Ehebruch mehr. – Erstaunlich also, dann braucht es die Gesellschaft sogar als «Ablass-Ventil».
Jesus weiss die Grenze: Wann wird Recht zu Unrecht?
Wann wurde jemand ungerecht in ein scheiss Leben hineingeschupst von edlen Drecksäcken?
Wer nicht weiss, wann offizielles Recht zu Unrecht wird, ist eh verloren und kann sich zu den unbarmherzigen Schriftgelehrten dazustellen. Die Kaste der feigen Mitläufer gibt’s auch noch!
Es gibt auch tollpatschige Menschen, die soziale Zusammenhänge eh nicht verstehen und einfach drauflossündigen.