Lohnender Lohn
Wann ist genug genug? Das lässt sich nicht per Mathe-Formel beantworten. Aber die Welt braucht eine Antwort.
Wann ist genug genug? Das lässt sich nicht per Mathe-Formel beantworten. Aber die Welt braucht eine Antwort.
Wie steht es um die Menschenrechte? Das hat die Entwicklungsorganisation Oxfam bei den großen deutschen Lebensmittelketten untersucht und die Ergebnisse sind unter deren Erwartungen. Schlusslicht Edeka etwa nimmt Ausbeutung weiter in Kauf. Und auch Aldi, Lidl und Rewe erfüllen beim diesjährigen sogenannten „Supermarkt-Check“ nur 50 bis 60 Prozent der Kriterien. Untersucht wird zum Beispiel, wie die Konzerne bei ihren Lieferanten Frauenrechte schützen oder wie sie mit Kleinbauern umgehen. Zwar gibt es einen Aufwärtstrend, aber das Hauptproblem, sagt Oxfam, ist der Preisdruck, den die Konzerne auf Erzeuger ausüben. Der führt zu niedrigen Löhnen und schlechten Arbeitsbedingungen. Können wir daran etwas ändern? Ja, durch unseren Einkauf! Wer großzügig darüber hinwegsieht macht sich meiner Meinung nach mitschuldig. In der Bibel erzählt Jesus passend dazu die Geschichte eines Landwirtes. Obwohl seine Arbeiter unterschiedlich lange für ihn arbeiten, zahlt er allen den gleichen Lohn. Mir zeigt diese Geschichte, dass Lohn sich nicht nur an der Leistung oder dem Wert der Arbeit orientieren muss, sondern auch daran, ob Menschen von diesem Geld leben können.
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Es ist interessant, wie wir in Anspruch nehmen, zu wissen, was gut ist und was weniger gut ist. Diese Discounter könnten argumentieren: «So kann sich auch jemand mit Harz4 genügend Lebensmittel leisten oder mal eine Schale Erdbeeren.»
Ganz klar sind Frauenrechte- und Kleinbauern-Förderungen ein erkennbares Zeichen. Aber wie lange brauchte die Christenheit, bis z.B. Frauen fast gleiche Rechte erhielten. Wann bekommt ein Vater in unserem System mehr Rechte auf seine Kinder? Wie bekommt eine Mutter in muslimischen Kulturen mehr Rechte auf ihre eigenen Kinder, falls sie sich scheiden lässt?
Und die Geschichte mit dem Lohn: Viele Tagelöhner standen lang an der Strasse und haben sich in der Zeit sehr schlecht und minderwertig gefühlt. Da war der Arbeiter besser dran, der gleich ausgewählt wurde und sich den ganzen Tag schon wohl fühlen durfte. In der Geschichte ist erstaunlich: Gott sieht nicht nach einem Wertesystem (Wer hat heut möglichst viel gearbeitet für mich), sondern wer hatte es besonders schwer, zu Lohn zu kommen. Ein wunderbares Gleichnis!