Platzwechsel
Es ist so schön bequem, wenn alles immer gleich abläuft. Bloß keine Überraschungen. Es könnte ja sein, dass es anstrengend wird. Wäre das so schlimm?
Es ist so schön bequem, wenn alles immer gleich abläuft. Bloß keine Überraschungen. Es könnte ja sein, dass es anstrengend wird. Wäre das so schlimm?
Dritte Reihe von vorne, rechts außen. Das ist mein Stammplatz in der Kirche. Seit neuestem bin ich aber zum Wechseln bereit. Mal links und auch mal auf der Empore. Immer den gleichen Platz zu haben, ist eine bequeme Sache: die gleichen Sitznachbarn, der gleiche Blick in den Raum, die gleichen Wege rein und raus. Jetzt habe ich meine kleine Komfortzone verlassen. Und siehe da: das macht Spaß. Es ergeben sich Gespräche mit Menschen, an denen ich sonst nur vorübergehe und vieles im Raum nehme ich neu wahr. Die Routine, den Alltag zu durchbrechen, heißt auch, sich auf Neues einlassen und weil das anstrengend sein kann, lass ich es oft. Es erinnert mich ein bisschen an die Freunde von Jesus. Die fanden es manchmal gar nicht gut, wenn Jesus vom Plan abgewichen ist. Den Weg geändert hat. Mit Menschen gesprochen hat, die anstrengend waren oder sich mit den Kindern abgegeben hat. Das ihnen lästig. Am Ende waren es aber immer diese Erlebnisse, die, weil sie neue Aspekte und Gedanken in ihr Leben gebracht haben, es reicher gemacht haben. Also: Mut zum Platzwechsel und raus aus der Komfortzone.
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Platzwechsel und raus aus der Komfortzone.
Wie würde der Satz heissen:
Platzwechsel und rein in die Komfortzone.
Neuste Lebensberatungskonzepte sehen wie folgt aus: Versuche glücklich zu sein (mit etwas Egozentrik und mit etwas Egoismus), dann bist Du glücklich und wenn Du Glück ausstrahlst, machst Du Deinen Partner oder andere Menschen glücklicher.
Das christliche Extrem-Gegenmodell heisst: Leide für das Gute und halte den (vom Sataaan beherrschten) Mist aus. Darauf liegt Segen von Gott und wenn Du hier damit nicht glücklich wirst, wird Dich Gott im ewigen Leben für Deine Leidens-Rolle reich belohnen.
Das Schaffe-Schaffe Modell heisst: Ohne Fleiss kein Preis. Hau rein, streng Dich an und werde was, das wird Dir das Glück bringen.
Ja und Jesus: Folge mir nach, dann werden Sie Dich auch verfolgen. Sorry, es klingt lustig, hat aber einen ernsten Hintergrund.
Jesus verspricht: Volles Genüge. Ich finde diese Ausdrucksweise echt super «volles Genüge», denn es drückt mehr als «billiges Glück» aus und ist massvoll, ohne Verführungsanteile.
Mit «raus aus der Komfortzone» ist wohl eher gemeint: Hab Mut etwas Anderes zu wagen und sei aufgeschlossen gegenüber dem Neuen, das sich daraus ergibt.
Viel Glück wünsche ich von meiner Seite.
Eine andere Form von «Raus aus der Komfortzone» wäre: Folge Jesus nach, wie er es gemeint hat. Wir haben mit der Kirche eine Institution geschaffen, die dann eben alles regelt mit Sozialleistungen und Rente. Kann man so oder so sehen. Ich kenne keinen Nachfolger, der ohne Kirchen-Organisation klarkommt.
Und Versuchung ist: Innerhalb der Kirche um einen anerkannten Platz «zu kämpfen» und sich dann wie ein Nachfolger Jesu zu fühlen.