Sehenden Auges

Augen AUF und durch. Manchmal ist das genau der richtige Weg.

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Zu einer Bergtour aufbrechen, wenn ein schweres Gewitter angesagt ist? Mach ich nicht, ist ja klar. Wer bringt sich schon sehenden Auges in Gefahr? Warum ist Jesus dann nach Jerusalem gegangen, frag ich mich. (Heute) an Palmsonntag erinnern sich Christen daran. Wie Jesus auf einem Esel ankam und wie ein Superstar gefeiert wurde – der zukünftige König, der Befreier, so haben die Menschen gehofft. Ihre Kleider auf dem Boden wie ein roter Teppich, Menschenmassen, Palmwedel-Fähnchen. Dass die Partystimmung bald kippen und für ihn der Anfang vom Ende sein würde – Jesus hat es bestimmt geahnt. Trotzdem ist er geblieben. Total naiv? Oder hatte Jesus gar keine Wahl? Ich glaube, Gott hat Pläne. Für jeden Menschen. Aber er fesselt uns nicht daran. Sind nicht wie ein Zug im Gleis. Wir sind frei, uns jederzeit neu zu entscheiden: abbiegen oder weiter gehen. Das hat auch Jesus gemacht und gerade deshalb fasziniert mich seine Entscheidung. Jesus ist mitten in den Orkan marschiert. Nicht aus Leichtsinn, sondern weil er wusste: Wenn er diesen Weg geht, dann bringt dieser Weg den Menschen neue Hoffnung. Dass ließ ihn seine Angst überwinden und lässt mich an Ostern feiern: Die Hoffnung, dass der Tod nicht das letzte Wort hat.