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More Amore por favor. Mehr Liebe bitte. Prangt fettgedruckt und neonorange auf meinem Notizbuch. Könnte von Jesus sein. Von wegen Nächstenliebe und „Achtet den anderen mindestens genauso, wie euch selbst“. Auf meinem Notizbuch ist es wohl eher postmodern- ironisch gemeint. Dabei vermisse ich sie wirklich oft, die Liebe. Im Wartezimmer beim Arzt. Neulich im Supermarkt, vor dem Fahrkartenautomaten. Immer öfter erlebe ich, dass Menschen aneinandergeraten, statt liebevoll miteinander umzugehen. Wie kleine Missverständnisse rasend schnell zu hochexplosiven Konflikten mutieren. Und einer laut wird. Oder die Faust zückt. Was hilft? Von einem Anti-Gewalttrainer hab ich gelernt: auf keinen Fall wegschauen, sondern hingehen. Deutlich sagen, dass das Verhalten nicht ok ist, ohne den Menschen runterzuputzen. Und: Nachfragen, was eigentlich los ist. Warum? Weil hinter jedem Verhalten, auch dem wütenden, ein Mensch steht. Mit seinen Gründen, seinem Nichtverstandensein. Und ganz oft: dem einfachen Wunsch nach mehr Liebe und Gesehenwerden. Manchmal tut es da schon gut, wenn mal jemand fragt. Jesus würde es freuen.

© Neukirchner Verlag 










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