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„Wo bist du denn, Mama?“ Diese Frage hat mir letzte Woche meine Tochter gestellt. Körperlich saß ich in dem Moment zwar neben meiner Tochter. Trotzdem war ich mit meinen Gedanken weit weg. Passiert mir immer wieder.
Dann denke ich drüber nach, was in der Zukunft passiert, oder hänge mit meinen Gedanken noch in der Vergangenheit. Im Hier und Jetzt bin ich mit meinen Gedanken dann nicht. „Wo bist du denn, Mama?“ Tja, ertappt!
Gott hat diese Frage im Alten Testament der Bibel auch einmal gestellt. Da wird erzählt, wie Gott den Menschen sucht, den Adam, und fragt: „Wo bist du denn, Mensch?“
Gott ist ganz im Hier und Jetzt. Nur ich bin oft nicht da. Dabei kann ich im Hier und Jetzt Gott entdecken. Zum Beispiel wenn ich ergriffen bin von der Schönheit eines Sonnenaufgangs. Oder wenn ich mich freue über die Kreativität meiner Kinder.
Für heute nehme ich mir das vor: im Hier und Jetzt zu sein. Vielleicht entdecke ich dabei auch Gott…

Foto: @ radio m











Wir wünschen uns, von einem Menschen entdeckt zu werden, um von diesem Menschen einfach geliebt zu werden, wie man ist, um meiner selbst willen sozusagen.
Besonders interessant ist es bei Menschen, die eben nicht zum Schema „standardschön“ oder „standard-attraktiv“ gehören. Zur Erklärung: Standardschön ist ein Mensch, oder vereinfachen wir noch weiter: ist eine Frau, bei der jeder Mann sagen würde: Okay, hier gibt es keinen Zweifel, diese Frau ist schön. Diese Schönheit ist meist mitgeprägt vom Zeitgeist. Im Mittelalter wäre das verbunden gewesen mit sehr weisser Haut. In unserer Zeit eher mit einem schönen Braunton und mit einem strahlend wirkenden Prinzessinnen-Gesicht (mit entsprechender Figur auch noch). Wohl dem Mann, wohl der Frau, der/die individuelle Schönheit erkennt und lieben kann.
Wann bin ich besonders wach und wann knallen Erlebnisse so richtig ins Gedächtnis rein, so dass es unvergessene Momente werden. Ich analysiere das schon länger und versuche die Gesetzmässigkeit herauszufinden.
Ganz klar gehört eine gewisse Intensitäts-Steigerung des Augenblicks dazu.
Ganz klar gehört bei einer entspannten Situation dazu, dass man nicht überarbeitet oder überlastet ist oder in Sorgen rumhängt. Das Denken in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft spielt eine Rolle, darf aber als etwas betrachtet werden, was wahrscheinlich eher der Betriebssicherheit im Leben zuzuordnen ist. Man scannt Ereignisse ab, die gewesen sind oder die kommen könnten. Dabei kann man für die Gegenwart etwas unkonzentriert wirken.
Nun die Frage, wann Gott ins Spiel kommt. Nun die Frage, ob sich das durch unseren Zustand beeinflussen lässt, wann Gottes Gegenwart kommt oder Gottes Gegenwart sich eher von uns fernhält oder ich Gottes Gegenwart sogar noch verjage.
Leider kann ich die Gesetzmässigkeiten nicht so genau sagen und hier nur Vermutungen anstellen. Es kann auf jeden Fall sehr egozentrisch oder ich-bezogen sein, dass Gott bei 8 Milliarden Menschen, ausgerechnet auf mich zugeht. Trotzdem will Gott sicher mit Menschen und einzelnen Menschen in Kontakt sein.
Aus meiner Warte ist es auf jeden Fall gut, wenn ich mich zu Gott/Jesus ausstrecke. Wohl dem, der einen magischen Moment mit Gott/Jesus hatte. Beim Erzählen wäre ich vorsichtig, lieber so etwas als Schatz zwischen Gott und sich behalten, in jedem Fall nur sehr zaghaft «verwenden» (z.B. vorne am Mikrophon).
Ich verglich mal Begegnungen mit Gott, mit einem magischen Entdecken eines Rehkitzes bei einem Waldspaziergang. Das Rehkitz schaut Dir nur kurz in die Augen. Dieser Moment kann sich aber über Jahrzehnte in Deinem Gedächtnis halten.