Wird er dein Freund?
Johannes, der Täufer, und Jesus – das ist schon eine spannende Kombination. Sie ist weit mehr als Ankündiger hier, Angekündigter dort. Es ist Freundschaft. Ein Psalmist feiert, dass Gott das alles auf Ewigkeit anlegt.
Johannes, der Täufer, und Jesus – das ist schon eine spannende Kombination. Sie ist weit mehr als Ankündiger hier, Angekündigter dort. Es ist Freundschaft. Ein Psalmist feiert, dass Gott das alles auf Ewigkeit anlegt.
Eine wahre Männerfreundschaft ist etwas Unbezahlbares und Wunderschönes. Zwei Prachtkerle, die füreinander durch Feuer und Wasser gehen, die miteinander kämpfen, sich versöhnen, gemeinsam lachen und weinen. Sich den Rücken stärken. Füreinander da sind.
Das Kämpfen und miteinander in heftigem Streit liegen gehört oft auch dazu. Da lohnt auch ein Blick in Film und Literatur: Männerfreundschaften als kaschierte Feindschaften wie beim listigen Dorfpriester Don Camillo und dem ebenso gerissenen Peppone, dem Vorsitzenden der kommunistischen Ortsgruppe einem kleinen norditalienischen Dorf. Don Camillo kämpft für seine Dorfkirche, gelegentlich liebevoll ermahnt von der Stimme des Auferstandenen, wenn er vor dem Altar kniet und betet. Peppone kämpft für die kommunistische Weltherrschaft und gegen die katholische Kirche, die er als Handlanger des Kapitalismus verachtet. Beide, der Kommunist und der Christ, legen so viel Übereifer an den Tag, ihre Mission durchzusetzen, dass sie oft aneinandergeraten und doch nicht ohne ihren streitbaren Widerpart auszukommen scheinen.
Andere Männerfreunde ergänzen sich besser wie die Detektive Sherlock Holmes und Doktor Watson. Oder sie leben von ihrer Ungleichheit wie der verrückte Don Quichote und sein dicker Diener Sancho Pansa, er versucht, die durchgeknallten Ideen seines adeligen Herrn seufzend und nüchtern einzufangen. Der Herr und sein treuer Knecht, der den tollkühnen Ritter vor sich selbst schützen muss.
Freundschaft ist das instabile und gefährdete Verhältnis zwischen zwei Menschen. Sie ist auf Dauer angelegt. Je länger sie dauert, desto intensiver empfinden wir sie, egal worauf sie beruht.
All das schwingt auch bei der seit der Kindheit gepflegten Männerfreundschaft zwischen Johannes und Jesus mit. Der Evangelist Lukas erzählt von der ersten, überraschenden Begegnung der schwangeren Mütter: Maria und Elisabeth begrüßen einander. Und die beiden ungeborenen Kinder hüpfen im Bauch ihrer Mütter. Schon darin liegen viel Gelassenheit und Heiterkeit, obwohl die Freundschaft zwischen den beiden Ungeborenen später auch in die Schattenseiten des Lebens, in Folter und Tod führen sollte.
Im Johannes-Evangelium beschreibt Johannes selbst seine Funktion für den kommenden Erlöser aus Nazareth: Vorläufer und Vorbereiter par excellence.
Er ebnet seinem Freund aus Kindheitstagen den Weg, damit der seinen Auftrag von Gott erfüllen kann: das Reich Gottes zu verkünden, bedingungslos und treu Gott und die Menschen zu lieben bis in den Kreuzestod und darüber hinaus. Der Startschuss für all das wird mit der Taufe gelegt.
Johannes tauft seinen Freund Jesus, nachdem dieser ihn dazu ermutigt hat. Johannes weiß, welche Bedeutung Jesu Auftrag in dieser Welt und für die Menschen hat. Und selbstverständlich tritt er zurück, nachdem er Jesu Kommen angekündigt hat. Er weiß: Jetzt ist sein Auftrag erfüllt, jetzt geht es um Jesus und dessen Auftrag. Daran glaubt Johannes.
An Christus zu glauben heißt nichts anderes, als sich auf das Kommen Jesu in diese Welt und mein persönliches Leben vorzubereiten. Jesus, der mir selbst treuer Freund und Erlöser zugleich sein will. Wer so an Jesus, den Erlöser glaubt, der sieht, wenn die Wahrheit über Lügen triumphiert, wenn Krankheit verschwindet und Zerstrittene plötzlich beglückend wieder zueinanderfinden. Wer mit Jesus rechnet, merkt, wie ihm in anderen Menschen Christus selbst begegnet und daraus wertvolle Beziehungen fürs eigene Leben entstehen können. Wer so an Jesus glaubt, nimmt in Demut auf- und an, was ihm im Leben begegnet, auch bittere Erlebnisse.
Er sucht dabei nach dem Gott, dem er vertrauen kann und dem er sein Leben verdankt. Wer glaubt, kann geduldig auf Gott, den Freund und Helfer, warten, auch wenn er im Moment nicht zu spüren ist.
Wer glaubt und sich vorbereitet, hat gelernt: Ich muss mein Leben nicht beherrschen und kontrollieren, ich kann gelassen hoffend alles dem übergeben, der diese Welt selbst geschaffen hat. Er muss nicht seine Glaubensleistung perfektionieren oder besonders gut beten oder singen, muss nicht die Bibel besonders häufig gelesen haben. Sondern er kann ihn großer Gelassenheit und Ruhe beten, singen, lieben und leben. Denn er begegnet einem barmherzigen und gnädigen Gott; keinem autoritären König, keinem entrückten und fernen Wesen, sondern Jesus Christus, Gott als Mensch, der uns begegnet und uns Freundschaft und Versöhnung mit Gott und untereinander anbietet. Wer glaubt, muss nicht vor allem auf sich selbst schauen, sondern sieht den anderen, der Freund, den Fremden und den Freund im Feind. So macht Johannes das: Er sucht den, der auf ihn folgt, den er selbst angekündigt hat. Und entdeckt seinen persönlichen Erlöser in dem „Lamm, das der Welt Sünde trägt“. Gott zeigt sich nicht im Großartigen und Fundamentalen, kommt nicht auf einer Wolke herbeigeschwebt, sondern im Unscheinbaren, Kleinen, kaum Wahrnehmbaren und Schwachen und bietet der Welt Versöhnung und Freundschaft mit Gott an. Johannes macht es als erster öffentlich: „Dieser ist Gottes Sohn!“
Er tauft ihn mit Wasser und wer sich ebenso mit Wasser taufen lässt, bezeugt diesen Jesus und ihn als den, der verkündet hat: Lasst euch mit Gott und eurem nächsten versöhnen und werdet meine Freunde. Ich wünsche Ihnen die wundervolle Erfahrung, Jesus zum Freund zu haben und an das Geschenk der Erlösung, auch im Neuen Jahr, zu glauben
Amen.
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Klar kann man die Geschichte so nehmen, wie sie ist, weil sie ist ja scheinbar von Gott gegeben ist.
Ich vermisse eine Zeit des gemeinsamen Wirkens für eine neue Religion.
Doch sehen wir uns mal an, was an „Nicht-Freundschaft“ da war bei Johannes dem Täufer und Jesus. Ich vermisse, dass die beiden mal so richtig diskutiert haben miteinander, wie es mit der Glaubenswelt weitergeht. Was darf man von den eigenen Landsleuten erwarten, was von der Arabischen Welt, was von der europäisch bekannten Welt, was von China, was von Indien, was von den vielen indigenen Völkern dieser Welt.
Welche Ausbreitungs-Geschwindigkeit wäre gut und darf es denn wirklich die katholische Kirche (mit ihren grossen Bauten) sein, die den Glauben nach Südamerika trägt. Mit welch einer Begrenztheit mussten Johannes und Jesus leben, als sie Menschen waren?
Warum erstellten die beiden keine Texte, die später in der so extrem wichtigen Bibel landen und dort dann Sonder-Schriftgut mit besonderem Wert sind?
Es gibt auch Hinweise, dass Johannes seine Zweifel bekam, ob Jesus wirklich der Messias ist und eigentlich war die Frage aus dem Gefängnis heraus vielleicht menschlicher Natur: Holt mich Jesus mit einem Wunder da raus, damit ich nicht in jungen Jahren einen Kopf kürzer gemacht werde.
Haben so 2 raffinierte Frauen im römischen Gefolge mehr Macht über Johannes´s Leben und Tod als Jesus und sein Vater zusammen? Nein «die Christen» trauen sich nicht, so etwas anzusprechen. Es ist, wie wir es kannten und so muss es wohl passen. Ganz krass die Vorstellung: Die Deutschen mussten das tun an den Juden, denn es ist so passiert. Ich weiss, dass das Hammergedanken sind, die kaum jemand zu denken wagt. Doch muss man wirklich nachdenken, was religiös bewegt werden kann und was sich durch böse Kräfte in dieser Welt bewegt. Jesus siegt, aber wäre Jesus mit der ganzen Bibel so zufrieden? Gut gelaufen? Alles?