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Gestern hab ich eine Einladung für eine Kunstausstellung bekommen. Ein Freund von mir stellt dort seine Werke aus. Seine Bilder sind speziell. Denn sie sind alle schwarz. Einfach nur schwarz. Zumindest wenn man sich nicht auskennt mit Kunst- so wie ich. Wenn ich mit dem Künstler über seine Werke spreche, erklärt er mir, dass jeder Schwarzton völlig anders ist. Und dass jeder Schwarzton anders wirkt, je nachdem wie er die Farbe zusammenmischt. Wenn ich mir die Bilder mit den Augen des Künstlers anschaue, erkenne sogar ich plötzlich ihre Schönheit und ihre Einzigartigkeit. Ein bisschen ähnlich wie mit den schwarzen Kunstwerken geht’s mir manchmal auch mit Menschen. Da seh ich oft nur das Offensichtliche. Das Äußere.
Und bilde mir dann daraus mein Urteil über sie. Ganz anders macht es Gott: Gott sieht mehr als nur das Äußere. Er sieht in jedem Menschen seine Einzigartigkeit und seinen Wert. Wenn ich mit Gottes Augen auf Menschen um mich herum schaue, entdecke ich plötzlich, wie kostbar und wertvoll jeder Mensch ist. Ein wahres Meisterwerk!

© Christival 










Der Übergang von ganz schwarz-Bild evtl. mit Oberflächen-Varianzen oder Spiegelungen je nach Lichteinfall, zum Menschen in seiner Komplexität, ist ein Sprung in den dünn zugefrorenen See. Meine Meinung. Schwarz steht grundsätzlich mal für «dunkle Energie».
Der Mensch ist aber bunt, facettenreich und sehr kompliziert. Kompliziert ist seine Gefühlswelt, seine Gedankenwelt, seine innere Chemie, sein inneres Nervensystem, sein Blutsystem, sein Verdauungssystem, sein Immunsystem, seine innere Schönheit, seine innere Hässlichkeit, sein Wandel während des Älterwerdens, seine Tatkraft, seine Trägheit, seine Liebesfähigkeit, seine Verbogenheit und seine fehlende Ausgewogenheit. Auch dunkle Energie existiert in vielen Menschen (oder vielleicht sogar in allen Menschen).
Ich kann mir Gott nur „mensch-ähnlich“ vorstellen, weil es sonst keinen Sinn macht. Warum sollte ER Sachen bei uns anlegen, die es bei IHM nicht gibt? Wäre Gott nur ein Super-Computer, wäre das öde. Übrigens, wenn Gott alleine regieren würde, dann müsste er sich ja irgendwann gegen seine Feinde voll durchgesetzt haben, damit es nur Ihn alleine gibt als Uni-Gott. Und wenn er diese Durchsetzungskraft gehabt hatte, müsste er stark genug sein, gegen alles Böse und Zerstörerische. Diese Durchsetzungskraft ist vielleicht da, aber das Ergebnis ist: Gegen das Böse scheint kein Kraut gewachsen zu sein und der Mensch wird vom Bösen ständig umgarnt und belästigt. Gott müsste dann auch mit dem «Allein-Sein» irgendwie klarkommen «auf der Allein-Oben-Spitze» (In meiner Vorstellungswelt hat Gott auch eine Frau.).
Die Möglichkeit des Bösen (z.B. eine Frau wird im Krieg mutwillig vergewaltigt) oder jemanden wird verraten, dass er/sie letztendlich sterben muss, ist auch verbunden mit dem Thema Freiheit und Vielfalt der Möglichkeiten, also dass es bis zu einer gewissen Schmerzgrenze das Leben (und Vergehen von Leben) interessanter macht.
Ein mensch-ähnlicher Gott, wie ich ihn mir vorstelle, tut es weh, wenn grauenhafte Sachen auf seinem Planeten passieren.
Gott muss Naturschutzgebiete gut finden, obwohl das nicht in der Bibel steht, so z.B. auch eine Diskrepanz, mit der ich umgehen können will. Das ist keine Varianz des Bösen, sondern nur Varianz.