Auf meiner Seite

Auf meiner Seite ist es manchaml ganz schön einsam. Keiner mag mich. Keiner ruft mich an. Keiner denkt an mich. Nur Arbeit. Nur Stress. Hallo, ist da jemand?

1 Kommentar
Kommentare
  1. Joachim S.
    Joachim S. aus der Schweiz sagte:

    Liebe Kerstin Danke für diesen sehr wertvollen Beitrag.
    «Er liebt mich.» Mein Gott liebt mich. Die Wesen in unmittelbarer Nähe zu Gott lieben mich. Engel lieben mich. Mein Mann liebt mich. Mehrere Leute lieben mich. Das Leben liebt mich. Mein Körper liebt mich (der mein Wesen beheimatet, bildlisch gesprochen). Mein Arbeitgeber liebt mich. Mein Staat liebt mich. Mein Dorf liebt mich. Meine Familie liebt mich.
    Wir sehen an dieser Aufzählung, wie bedürftig wir sind. Wir sind abhängig davon, geliebt zu werden. Gott als ER zu denken, könnte man ausdiskutieren, aber schön ist für mich als Mann, wenn eine Frau das ER vertrauensvoll verwenden kann. Beim Wort «lieben» gehe ich davon aus, dass es nicht um den Zustand des „Verliebens“ geht, sondern um ein anderes lieben, ein existentielles, tragendes und unerklärbar umfassendes Lieben geht. Und wenn wir bei dem Wörtchen «mich» ankommen, dann steckt die Vorstellung dahinter, dass bei 8 Milliarden Menschen auf der Erde und bei vielleicht 110 Milliarden je existierenden Menschen und bei extrem vielen Tieren (ca. 5000 verschiedene Säugetier-Arten gibt es, von der Anzahl ganz zu schweigen) ich den Zugang habe zu diesem ER. Für mich ist es umgekehrt interessant: Was will ER, dass ich glaube? Ich glaube ER will, dass wir glauben, dass ER uns liebt. Ich soll (und darf) glauben, dass ER mich liebt. Und warum glauben? Warum nicht «wissen», warum nicht «überzeugt sein». Wissen tue ich eine Wahrheit. Überzeugt bin ich von einer Ideologie. Liebe fühlt man normalerweise, aber man muss Liebe durchaus auch glauben. Glaube ich meinem Partner nicht, dass er mich liebt, wird es sogar schwierig, wenn der Partner mich wirklich liebt.

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Es gibt diese Tage, da bin ich über den Verstand nicht erreichbar. Ich lese irgendwas, aber es kommt nicht bei mir an, jemand sagt mir etwas Nettes, aber ich nehme ihm das nicht ab. Alles scheint mir schwierig und anstrengend. Manchmal rettet mich dann nur der Segen im Gottesdienst. Ein paar wenige Sätze, ein Zuspruch von Gott. Der trifft mich dann manchmal mitten ins Herz und richtet mich wieder auf. Wie eine warme Hand auf der Schulter. Neulich war es ein Segenslied. Darin hieß es ganz schlicht: „Er ist für Dich“ Kann das wahr sein? Dass Gott auf meiner Seite ist, immer da, wo es brennt, wo ich bin, wo mein Leben passiert. Er ist für Dich. Da, wo ich triumphiere oder verzweifle, da, wo ich mich abrackere. Er ist für Dich. In meinem Alltag, bei der Arbeit, unterwegs. Er ist für Dich.

Ich glaube das. Und ich spüre, wie es mir zurück zu mir selbst hilft. Euch allen wünsche ich einen wunderbaren Sonntag!

Alternative online: Höre es, glaube es und spüre, wie es mir hilft, wieder zu mir zu finden.