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Neuerdings bleiben unsere Gardinen oft zurückgezogen. Manchmal ruft jemand: guck mal, wie weit die schon sind! In unserer Nachbarschaft wird ein neues Haus gebaut und alle schauen zu. Wie aus einem Plan plötzlich etwas Reales wird. Aus der Brache eine Grube, ein Fundament. Und jetzt: richtig hohe Mauern. Weihnachten feiern unsere neuen Nachbarn vielleicht schon im neuen, fertigen Haus. So eine Aussicht wie ganz oben vom Baukran runter hätte ich manchmal auch gern auf mein Leben. Wenn mal wieder Chaos herrscht. Zu fühlen: doch, die Grundrichtung stimmt. Irgendwie passt doch alles in den Plan. Meinen, oder eher den von Gott? Manchmal bete ich: Gott, wenn du einen Plan für mich hast, lass am Ende etwas draus werden, was stimmig ist. Vielleicht wird es kein Haus oder ein großes Vermögen. Dafür vielleicht die gute Gewissheit, dass ich die Zeit meines Lebens und meine Kraft sinnvoll eingesetzt habe. Für andere Menschen, für Ziele, die es mir wert waren. Denn die machen mich heute schon zufrieden und dankbar. Auch wenn das Leben eine Dauerbaustelle bleibt.

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