Badgedanken

Wenn alles zu viel wird, kein klarer Gedanke mehr möglich ist – wohin können wir dann gehen? Ins Bad. Tür zu. Schlüssel rumdrehen. Atmen. Denken. Beten.

1 Kommentar
Kommentare
  1. Joachim S.
    Joachim S. aus der Schweiz sagte:

    Danke ein sehr guter Beitrag.
    Begründung, warum gut: Es wird eine Hilfestellung gegeben für den Alltag und wie man seinen Glauben leben kann.
    Es ist nämlich wirklich die Frage, wie man an Jesus und seine Kraft rankommt.
    Und ins Kloster gehen und meditieren oder in die Wüste gehen?
    Eine Mutter hat Stress, denn die Kinder leben ständig.
    Ein Gott hat Stress, denn die Menschen (auch seine Kinder) leben.
    Und eigentlich leben ja auch noch all die, denen Jesus das sog. „ewige Leben“ geschenkt hat. Erleben diese Auferstandenen auch Stress? Muss dort Jesus auch regieren und aufpassen, dass „seine Kinder“ gut leben und gut überleben?
    Wir wissen es nicht, wir können hoffen, dass Überlieferungen stimmen. Wir können hoffen, dass etwas „noch Besseres“ kommen wird. Wir können hoffen, dass Gott einen guten Charakter hat und diesen auch umsetzen kann.
    Aber eines ist klar: Ich bin kein lebloser Sternen-Haufen oder so was und Gott ist das dann mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit auch nicht.
    Es soll kein Fluch sein, dass wir denken und fühlen können. Es ist ein Segen, dass wir denken und fühlen können. Seine Belastungsgrenzen spüren, ist allerdings nicht so angenehm.

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Es gibt Tage, da hilft auch kein Kaffee. Nix läuft, wie es soll. Schon wieder ne rote Corona-Warnung, Termindurcheinander, ein krankes Kind, Stress im Job. Alle Pläne stehen Kopf. Manchmal schließe ich mich dann kurz im Bad ein. Eine Minute nichts hören, nichts sehen, nichts tun müssen. Ich stehe einfach nur da und atme – ein und aus. „Wie soll ich denn bloß, ich krieg das nicht hin…?“ Für einen Plan B fehlen mir gerade Ruhe und Nerven. Ich mache das Wasser an, spüre, wie der kalte Strahl über meine Hände läuft. Das tut gut. Schon klopft es an der Bad-Tür. „Mama…kannst du mir…“ „Moment“, sage ich, „gib mir noch zwei Minuten.“ Denn genau das isses. Ich brauch jetzt Hilfe, jemanden, der meine Gedanken sortiert. Also bleibe ich einfach, wo ich bin und sage still: „Jesus, bist du da? Ich brauch deine Hilfe.“ Was dann kommt, ist keine Hand aus dem Himmel, keine donnernde Stimme, kein Wunder. Aber schon beim Rausgehen aus dem Bad ist mein Blickwinkel ein anderer, ich fühle mich leichter. „Kommt zu mir, mit dem was euch belastet“, hat Jesus gesagt. „Lasst es los. Und dann, lebt los.“