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Ein Liegestuhl, die Abendsonne, alles fällt von mir ab und ich habe einen Cocktail in der Hand. Da braucht es nicht unbedingt Alkohol dazu. Nein, allein die bunten Farben im Glas, der Strohhalm, der Regenbogen aus Papier, der in der Ananas steckt, das alles reicht, um mich runterzubringen. Das ist die eine Art einen Cocktail zu trinken. Die andere auch sehr entspannend und für mich sehr überraschend ist: Waldbaden! Dabei bekommt man einen Waldcocktail gratis gereicht, den man immer wieder kräftig durch die Lungen einströmen lässt. Gott denkt sich ja auch durchaus lustig Sachen aus. So wie einen Waldcocktail eben. Am besten gleich mal ausprobieren. Ab in den Wald und kräftig atmen. Dass das gut tut, wusste schon Hildegard von Bingen, die Heilkäuterexpertin unter den Nonnen, vor 900 Jahren. Heute weiß man[1]: Die Luft in den Baumkronen hat immunstärkende Wirkung. Ein Tag im Wald und immer ein Schluck Baumluft atmen erhöht die Killerzellen im Blut um bis zu 40%. Im Übrigen ist der Waldcocktail am stärksten bei Regen und Nebel gemixt. Da freut man sich fast schon auf den Spätsommer.
[1] Franciska Bohl Ev. Gemeindebaltt 32/2023 S.31

Foto:@radio m, Benjamin Elsner
© radio m
Foto: radio m, Anja Kieser 










Komischerweise beschäftigt mich dieser Beitrag schon 2 Tage in Gedanken, obwohl es ein recht einfacher Beitrag ist.
Warum ist es aber für mich ein eher komplizierter Beitrag?
Zuerst wird diese Strand-Atmosphäre ausgemalt.
Dann wird Gott als lustig bezeichnet mit seiner Phantasie, die er (Gott) im Wald umsetzt.
Dann wird das Einatmen von gesunder Luft im Wald, mit dem Geniesen eines Cocktails verglichen.
Ich sage ja schon immer: Man kann im religiösen Bereich keine einzige Aussage machen, die Gott nicht einen Charakter-Stempel aufprägt. Welchen Stempel prägen wir oder Anja Gott hier auf: Gott der Wald-Erschaffer, der Szenen mit viel Farbe am Strand (mit Tendenz zu unverhältnismässigen Energieaufwand fürs Fliegen z.B. für uncool einstuft). Klar wenn ich im heimischen Wald spazieren gehe, bin ich CO2-mässig der bessere Mensch, als der, der auf eine Urlaubsinsel fliegt.
Gott ist ein Verschwender und ein Zerstörer und ein Erschaffer von aussergewöhnlichen Sachen, wie z.B. die Verschwendung von Spermien und Baumpollen in unvorstellbarem Ausmass. Gott verschwendet millionenfach Cocktails an Menschen, damit sie ein wenig Glück erleben (Strand- und Insel-Glück). Ich provoziere mit diesen Worten natürlich ein wenig (oder viel sogar).
Ich glaube, dass Gott den Menschen lieb hat, der im Wald über die wunderbare Schöpfung nachdenkt und dankbar ist, dass bei aufkommendem Regen so ein frischer Duft von Natur in die Nase kommt.