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Jeden Tag muss ich durch die Geduldsprobe. Eine Spur der Straße ist gesperrt, die Baustellenampel stoppt alle Autos gnadenlos. Warten, warten, warten. Plötzlich zieht die Gegenspur – schier unendlich – an uns vorbei. Wieder warten. Ich werde ungeduldig. Sind wir auch mal dran oder was? Meine Mitfahrer nerven: „Kommen wir jetzt noch rechtzeitig?“ „Glaub schon“, sage ich. „Ha, glauben“, sagt da einer.“ Glauben heißt, nicht wissen“. Da ist was dran. Mein christlicher Glaube ist keine Wissenschaft. Glauben bedeutet, zuversichtlich zu sein, dass das passiert, worauf man hofft. Und dass man an etwas, nicht zweifelt, obwohl man es nicht sehen kann. Kann echt herausfordernd sein, wenn man schon lange wartet: auf die große Liebe, den richtigen Job, endlich Sinn im Leben. Woher weiß ich, dass Gott es trotzdem gut mit mir meint? Ich kann rückblickend sagen, in den Wartephasen meines Lebens habe ich Gott so nah wie nie erlebt. Ich hab ihn sicher oft genervt, ihm keine Ruhe gelassen. Und gespürt: Gott ist da. Und wartet mit mir.

Foto: (c) radio m 










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