Da ist er ja schon

Schön wäre es ja, Jesus wäre da. Man könnte ihn gut gebrauchen. Vielleicht sollten wir weniger darauf hoffen und mehr schauen.

1 Kommentar
Kommentare
  1. Joachim S.
    Joachim S. aus der Schweiz sagte:

    Am Karfreitag waren wir mit einer Gruppe Christen unterwegs. Einer davon erzählte, dass er dafür betete, einen 6er im Lotto zu gewinnen. Danach erzählte er stolz von seiner «Bekehrung», wie er auf all das Geld verzichtet hat und gemerkt hat, dass doch Jesus der 6er im Lotto ist.
    Schöne Geschichte, aber sie hat einen Haken. Der normal denkende Mensch wird denken: Du kannst doch nicht auf etwas verzichten, was Du eh nicht bekommen hättest. Ich entgegne wieder: Dieser Erzähler verzichtete auf seine Erwartung, wie es kommen soll (um glücklich zu sein).
    Emmausjünger: Sie sahen was, was sie eben nicht erwartet haben. Sie dachten, sie gewinnen nicht (unmittelbar während und nach der Kreuzigung), aber dann kam der 6er im Lotto zu ihnen.
    Nun ich: Ich soll mir nun aufgrund dieser Überlieferung die Gegenwart Jesu vorstellen. Das ist viel verlangt! Da lobe ich mir den Satz: «Selig sind die, die nicht sehen (Jesus als den Auferstanden an ihrer Seite gehend) -> Und trotzdem glauben (können). Einbildungskraft ist kein Glaube. Glaube ist komplexer strukturiert in jedem Menschen und sogar jeweils individuell anders, meine ich. Aber «Jesus ist auferstanden» ist so ziemlich die wichtigste Kernbotschaft des christlichen Glaubens und eine sehr sehr positive Begebenheit.

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Diese Geschichten finde ich immer wieder cool. Gehört zu Ostermontag: Zwei Typen waren lange mit Jesus unterwegs, aber dann Karfreitag, ihr Held hingerichtet. Sie erschüttert auf dem Weg zurück in ihr Heimatdorf, in ihr altes Leben. Kommt ein Dritter dazu, wandert mit ihnen, fragt, wie es ihnen geht, aber die beiden sind voll mit sich beschäftigt, ihren Fragen, ihren Problemen. Immerhin merken sie: Irgendwie tut ihnen der Typ ganz gut. Im Heimatdorf angekommen laden sie ihn noch zum Essen ein, er bleibt und da checken sie: Das ist doch dieser Jesus! Auferstanden! Wie blind waren wir denn? Ich glaube, nicht nur diesen beiden Typen geht’s so mit Jesus: Er ist längst da und wir sind zu blind, es zu merken. Gott tut uns Gutes und wir starren nur auf unsere Probleme, zu blind zu sehen, dass er längst bei uns ist. Vielleicht halten wir mal an und fragen: Gott, bist du da? Und warten dann, statt uns wieder hektisch ins Leben zu stürzen. Es könnte sein, er ist längst bei uns, um uns zu helfen.