Fromme Sprüche
Ein guter Satz zur falschen Zeit kann viel Unheil anrichten. Oder auch einfach nur nerven. Im richtigen Moment aber kann er Gold wert sein.
Ein guter Satz zur falschen Zeit kann viel Unheil anrichten. Oder auch einfach nur nerven. Im richtigen Moment aber kann er Gold wert sein.
Ich mag sie ja, diese frommen Sprüche der Wohlmeinenden und Wohlhabenden, denen es gerade blendend geht, wenn sie einem motivierend auf die Schulter klopfen: „Sei getrost, gib nicht auf. Wer auf Gott vertraut, dem wird er helfen.“ Toll, oder? Wem es gut geht, der kann so einen Spruch locker raushauen, lächeln und tschüs. Aber hilft mir das, wenn ich am Ende bin? Mir die Kraft fehlt fürs Leben? Der Partner sich verabschiedet, weil er jemand anderes kennengelernt hat? Klar, dann nicht aufgeben, Gott hilft mir schon. Wem es gut geht, der hat leicht reden. Aber dieser Satz steht nicht nur in der Bibel, den sagen auch heute Menschen. Die auf der Krebsstation liegen, die sie nicht mehr verlassen werden. Die morgens nicht wissen, ob sie abends etwas zu essen haben. Die in U-Bahn-Schächten sitzen und hoffen, die nächste Kriegsnacht zu überstehen. Aber wenn dieser Gott diesen Menschen Kraft und Hoffnung gibt, dann will ich auch versuchen, diesem Gott zu glauben.
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Weil die Leute in den U-Bahnschächten und in den Kellern in der Ukraine auch hoffen (können), hoffe ich auch. Das ist nach meiner Meinung die Logik in dem Beitrag.
Klar muss ich auch meine eigene Logik hinterfragen und nicht nur die des Beitrags. Warum schreibe ich zum Beispiel so viel in so ein Forum wie dieses?
Ich sprach mal mit einem Freund darüber. Sie vertrat die Ansicht: Wenn die Gefahr besteht, dass es mir schadet dann weglassen.
Ich vertrat die Meinung: Man muss an der Meinungsbildung (z.B. auch in Facebook) teilnehmen, wenn man will, dass andere Menschen überhaupt merken, dass es diese Meinung auch gibt. Es stabilisiert andere, eine gefestigte «Normalantwort» oder «Normal-Meinung» zu lesen oder überhaupt lesen zu können (also keine Zensur drüber geht).
Jesus: Wenn die Gefahr besteht, gefangen genommen zu werden, dann abhauen!
Ich frage mich, was echt real ist.
Ist die Ukraine echt real reif für die Öffnung in Richtung «Westen» mit den demokratischen Ländern?
Leidet die Ukraine stellvertretend für die Befreiungsidee aus totalitären Systemen?
Man muss sagen, dass «wir» z.B. den 30-jährigen Krieg brauchten, um aus der Vorherrschaft der Katholischen Kirche rauszukommen.
Nimmt man das als Beispiel, dann dauert der Prozess evtl. auch 30 Jahre.
Die Position Russlands wird interessant. Wird Russland totalitär bleiben oder wird es so einen Frieden geben, wie er mit der Katholischen Kirche im religiösen Bereich existiert (hoffentlich).