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Ich bin in den sozialen Netzwerken unterwegs. Oft stelle ich fest: die meisten Netzwerker wollen sich selbst nur in besonders gutem Licht darzustellen. Sei es nun mit einem Selfie, oder mit der Zurschaustellung des Urlaubs. Was auch immer. Schön nach außen stellen, was einen selbst noch schöner dastehen lässt. Je länger ich dieses ganze Treiben beobachte, desto trauriger macht es mich. Ist das Schlagwort heute wirklich fast nur noch: „Mehr Schein als Sein?“ Ich vermute es mittlerweile. Und genau das macht mich traurig. Wenn ich überlege, dass Gott mir mein Leben geschenkt hat, er mir die Möglichkeit gegeben hat mich zu entwickeln, mir eine Schulausbildung und eine Berufsausbildung gegeben hat – ist das nicht schon genug Sein? Muss da wirklich der Schein größer als das wahre Sein sein? Ich denke nicht. Natürlich hat jede und jeder irgendwo einen Fleck, den er oder sie gerne etwas auspoliert hätte. Aber Makellosigkeit, Fehlerlosigkeit kann doch nicht das Ziel sein. Du bist Du – ich bin ich. Und wir sind gut so wie wir sind. Jeder hat seinen ganz eigenen Wert. Wir brauchen nicht mehr Schein als Sein, denn Gott selbst hat uns so gemacht, dass wir für ihn, den Schöpfer, wunderbar sind.

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Es wird behauptet: Mehr Schein als Sein. Wir sind schon wunderbar schön, durch den Glauben an den Schöpfer und dass man glauben darf, dass er uns liebt.
Mich käsen diese einfachen Konzepte dieser Selbstdarstellungs-Menschen auch an. Schaut her, wie gut ich gerade ausschaue und wie gut es mir gerade geht. Es suggeriert: Man kann glücklich sein ganz ohne Gott und all den Ballast, den das religiöse Leben mit sich bringt. Einfach Belastendes weglassen und schon ist das Leben einfach und schön und jung und vital.
Wir kennen durch ein Bewusstsein darüber, was Demut und Gottesfurcht bedeutet, den Zusammenhang, dass man sich eben nicht so zur Schau stellen soll. Man stelle sich vor: Schaut, wie wunderbar Gott mich gemacht hat. Hier mein toller Körper von Gott. Schaut, welch tolles Auto ich mir kaufen konnte durch Gottes Hilfe, welch tollen Urlaub ich gerade erleben darf durch Gottes Liebe. Dann hätten wir zumindest schon ein Problem gelöst: Gott wird die Ehre gegeben.
Nächstes Problem dann: Eifersucht Warum bekommt dieser Mensch das von Gott und nicht ich auch. Warum kann dieser Mensch mit den Geschenken von Gott so glücklich sein und ich eher nicht? Der Mensch ist hochkomplex und was auf unsere Welt einwirkt ist auch hochkomplex. Man könnte ja mal eine Bibel herausbringen, die nur noch die positiven Aspekte des Glaubens enthält. Mit der Bibel wird auch indirekt für das Böse Werbung gemacht (wie mächtig das Böse ist), wie für das Gute in Verbindung mit einem liebenden Gott und einem «Menschen liebenden Jesus». In Summe könnte man sich sogar erlauben: Weil Gutes und Böses sich gegenseitig die Waage hält in dieser Buch-Sammlung, kann man es vergessen. Also man könnte Verständnis entwickeln, dass Menschen diese religiös existenziellen «Schwer-Themen» aus ihrem Leben draussen lassen. Positiv aber: Es wird nicht verheimlicht, dass es das Böse gibt, nur macht es uns nicht unbedingt guter, es auch dort vor die Nase gesetzt zu bekommen. Es verführt sogar zu hinterfotzigen und religiös-elitären Gedankengängen. Vielleicht entsteht für «uns» sogar mehr Einschüchterung als Ermutigung. Und noch krasser: Extrem existenziell grausige Androhungen sind vorhanden. Und mit ewigem Leben wird nur ewiges Glück suggeriert, aber ewiges Glück wie es wirklich funktioniert, wird dürftig erklärt: Mach mal, schau mal, ob es Dir gelingt??