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Überall lese ich es: auf Postern, Tassen, Handyhüllen – Good Vibes Only! Sogar auf dem Spülmittelbehälter in meiner Küche prangt dieser Spruch – Good vibes only! Klingt ja erstmal gut. Wer wünscht sich nicht eine Welt voller positiver Energie? Aber wenn ich in mein eigenes Zuhause schaue, rufe ich dieses Motto gerade nicht aus. Nicht, weil dort nur schlechte Stimmung herrscht, sondern weil ich finde: Gerade da, wo wir uns am sichersten fühlen, dürfen auch die Bad Vibes sein. Mein Zuhause soll kein Ort sein, an dem nur gute Laune erlaubt ist. Sondern ein Ort, an dem wir ehrlich sein dürfen. Wo wir sagen können, wenn uns etwas bedrückt, nervt oder wehtut. Jesus ist mir dabei ein Vorbild. Er hat nicht gesagt: „Habt nur gute Vibes!“ Sondern: „Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch plagt und von eurer Last fast erdrückt werdet; ich werde sie euch abnehmen.“ (Mt 11,28) Bei Jesus muss ich mich nicht verstellen. Ich darf ehrlich sein– mit allem, was mich bewegt. Und gerade das wünsche ich mir auch für meine Familie. Den Spülmittelbehälter mit seinem Good Vibes only Spruch? Den drehe ich um!

Bild: erstellt duch KI











Wie wäre es damit, „bad vibes“ also negative Empfindungen bewusst zuzulassen? Es gibt ja tatsächlich auch Gründe dafür. In Israel kein Frieden. In der Ukraine und für Ukrainer kein Frieden (auch nicht für die russische Bevölkerung!), für Handelsbeziehungen keinen Frieden. Scheiss Zukunftsaussichten: Europa muss vielleicht Krieg führen demnächst. Es kann eine Vergewaltigung zum Guten sein, „Good vibes only“ zu postulieren und regelrecht vorzuschreiben. Es ist ein hochkomplexes Thema: Wie gehe ich mit diesen Empfindungen um: Befürchtungen empfinden, depressiv werden davon, wegdrängen aus meiner Welt, wegdrängen aus der Welt, bestimmt Nachrichten nicht mehr anhören, daran verzweifeln, an Gott glauben, dass das schon richtig ist – Gott gewollt, was kommen wird? Beten kann man! Gott anklagen kann man! „Hey ich komme hier auf diese Welt und muss diesen Mist aushalten – was soll das?“