Gott im Boot
Manchmal erscheint einem das Leben zu groß, kaum zu bewältigen. Das ist normal. Auf die Lösung kommt es dann an.
Manchmal erscheint einem das Leben zu groß, kaum zu bewältigen. Das ist normal. Auf die Lösung kommt es dann an.
„Ich will, dass es meiner Familie gutgeht, und möchte nicht, dass meine Kollegen mehr zu tun haben, weil ich meine Arbeit nicht vernünftig mache“, klagt mir ein Bekannter sein Leid. Er ist ständig am Limit, oft drüber, aber er kriegt die Kurve nicht, runterzukommen, nach sich zu schauen. Obwohl er weiß: Kriegt er das nicht hin, wird es nicht nur für ihn eng, sondern auch für die ihm so wichtigen Kollegen und seine Familie. Runterkommen, zur Ruhe kommen. Klingt gut, muss ja auch, bloß: Wie? Er ist nicht der einzige, den die Verantwortung für andere schier zerreißt. Geht mir auch so. Ich sage dann Gott: „Mein Lieber, ich krieg das nicht alleine hin, du musst dich darum kümmern. Zeig mir, wie ich an der richtigen Stelle ‚nein‘ sage und die richtige Stelle auch sehe. Denn alleine bin ich geliefert.“ Gott mit ins Boot zu holen und es an ihn abzugeben, das hilft mir. Weil ich Abstand kriege zum Problem. Und damit einen ruhigeren Blick aufs Problem. Das Wochenende wartet. Vielleicht ein guter Moment, Gott ins Boot zu holen.
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Nun habe ich 2 Aufgaben:
1) Wie fahre ich runter, ohne dabei mein Leben an die Wand zu fahren?
2) Wie hole ich Gott ins Boot?
Die Aufgabe 2 geht nicht: Ich kann nicht Gott ins Boot holen, weil Gott entweder schon im Boot ist, oder allgegenwärtig da ist oder vielleicht überhaupt nicht da ist (das jetzt nur für Leute die sich in depressiven Stimmungslagen so fühlen – und an unsere Ungläubigen oder Schwach-Gläubigen (Senfkorngläubige) sei auch liebevoll gedacht). Wir wissen aber, was gemeint ist mit «ins Boot holen» -> Gott in unser Denken und Fühlen aktiv mit aufnehmen. Gemeint ist (ich spekuliere, weil Hr. Mathis andere Gedanken haben könnte und es sein Beitrag ist), die Exsistenz Gottes und seine zugesagte Hilfe glaubend und vertrauend mit in die Situation einzubeziehen um dadurch ruhiger zu werden, weil ja eine Kraft, die viel viel grösser und mächtiger ist und mehr-wissend (Ich schreibe nicht: allwissend!) mithelfen kann (Ich schreibe «kann» und nicht «wird»). Ich soll Gott holen – Ist das meine Verantwortung? Oder ist es ein Vergegenwärtigen in meinem Geist, dass ER da ist? Und dass Gott ein «Feiner» ist (keiner der z.B. Falsch-Gläubige überhart straft?). Ja, ob ich ins Boot hole oder nicht: Da spielt auch mein eigenes Gottesbild eine ganz grosse Rolle! Mit Jesus im Sturm kenne ich zwei Geschichten und die zeigen: Jesus kann Übernatürliches. Jesus kann im grössten Sturm ruhig sein. Ich kann dieses (Wissen) ins Boot holen (rechte Leitplanke). Wenn sich alle Matrosen im Boot (im Schiff) hinlegen bei Sturm, wirds wahrscheinlich schief gehen (linke Leitplanke). Eindringendes Wasser wird das Schiff schon nicht zum Sinken bringen!