Halt finden
Trost, Halt und Getragen-sein – brauchen wir immer wieder. Feiertage und Rituale wie kirchliche Feiern können das geben.
Trost, Halt und Getragen-sein – brauchen wir immer wieder. Feiertage und Rituale wie kirchliche Feiern können das geben.
Natürlich ist es aufwendig und stressig, Geburtstage, Konfirmationen, Hochzeiten oder was auch immer groß zu feiern. Aber das muss gar nicht sein. Es geht auch im Kleinen. Aber Feiern sollte schon sein, meine ich. Es tut mir gut. Selbst Beerdigungsfeiern. Innerlich scheue ich mich oft zu feiern oder habe gar keine rechte Lust auf eine Feier zu gehen, aber wenn ich es dann tue, stelle ich hinterher fest: Gut, dass du gefeiert hast, gut, dass du dabei warst. Zu Feiern gehören Rituale. Besonders deutlich ist das natürlich bei kirchlichen Festen, aber auch Geburtstage haben so ihre Rituale. Es gibt einen ganz bestimmten Kuchen oder die Taufkerze wird an diesem Tag angezündet oder das Geburtstagskind bekommt eine selbstgemachte Krone aufgesetzt und, und, und. Rituale geben Halt und Orientierung. Sie sind ein Zeichen der Verlässlichkeit und führen uns durch einen besonderen Festtag. Dadurch sind sie auch Wegmarken eines Übergangs. Vom alten ins neue Lebensjahr. Bei der Hochzeit wird aus relativer Unverbindlichkeit ein Versprechen füreinander einzustehen. Und bei einer Beerdigung bekommt das Loslassen einen festen Rahmen. Rituale, bestimmte Formen des Feierns, bewusstes Gedenken sind Haltepunkte auf dem Lebensweg, die mir helfen, mit neuer Kraft weiterzugehen.
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Rituale geben Halt. Familien-Feiern geben Anlass zur Orientierung.
Ich habe mir viel Gedanken gemacht, warum die Katholische Kirche über Jahrhunderte hinweg, das Glaubensleben bestimmen durfte.
Ein Ergebnis dieser Überlegung ist, dass das den Menschen Halt gegeben hat.
Nehmen wir all die Feiertage, die es in unserer Kultur gibt.
Beim Feiertag Fronleichnam habe ich mich selbst dabei erwischt, dass ich gar nicht mehr wusste, was das für eine Feiertag sein soll. Das war mir als christlich gebildeter Mensch richtig peinlich.
Nun aber zur anderen Betrachtung: Die Betrachtung, dass wir heute viel Freiheit haben, besonders im geistlichen und spirituellen Bereich. Da wird niemand mehr als Ketzer oder als Hexe verfolgt, nur weil es nicht nach Kirchen-Meinung abgeht.
Es geht aber Halt verloren.
Der 2. Teil des Gottesdienstes eines Katholischen Gottesdienstes bleibt gleich, gleich in jeder Kirche, gleich in fast jedem Land. Gleich über hunderte von Jahren hinweg. Das gibt Halt.
Die Frage, die sich mir stellt, ist die, ob wir mit Freiheit umgehen können und ob es zum Thema Freiheit überhaupt eine Ethik gibt, das wiederum dafür die Grenzen steckt.
Abgesteckte Grenzen, besonders wenn man sie auch für die anderen kennt, können Halt geben. Dazu waren die Grundgesetze der Regierungen gut.
Heute tritt niemand so richtig für Grundgesetze ein, schon gemerkt?
Grundgesetze waren eine Zeitlang der Versuch, den fehlenden Halt der durch die Religion schwand zu ersetzen und in der Wertigkeit sogar zu überbieten, was teilweise sogar gelungen ist.
Wir bräuchten für die Anwendung und Verwertung von elektronischen Daten und was eigene Daten sind z.B. einen Grundgesetz-Eintrag.
Wir Gläubigen erleben einen Halt-Verlust. Dieser schmerzt sehr – meine ich.
Wie lernen unser Jugendliche, wieder etwas aufzubauen, was Halt gibt (Feiertagskultur, Mitmenschlichkeit auf Festen, Gemeinsame Aktionen für den Umweltschutz)?
Statt Halt, geben sie uns Probleme: z.B. Klimaerwärmung z.B. CO2-Reduktion, z.B. Corona. Bitte möglichst nicht nachdenken, was Halt gibt!