Ich bin auch noch da!

Alles ist wichtig und alle anderen sind wichtiger als ich. Fühlt sich manchmal so an. Sieht mich denn keiner?

1 Kommentar
Kommentare
  1. Joachim S.
    Joachim S. aus der Schweiz sagte:

    Die Jahreslosung und die Geschichte mit Hagar beschäftigen mich sehr.
    Sie war Magd bei Sarai und Abraham, die Eltern des Israelitischen Volkes. Hagar musste wohl komplett auf Sex verzichten in diesem Anstellungsverhältnis. Über die Geschichte wird klar: Der Besitzer (oder nennen wir ihn den Verwalter) der Magd (Abraham) pflegte normalerweise keinen sexuellen Kontakt mit seiner Magd. Die Magd kann auch Sarei als Besitzerin gehabt haben!. Abraham war treu.
    Sex gehört in der Bedürfnispyramide zu den Bedürfnissen, die ziemlich weit unten mit angesiedelt sind bei Essen und Trinken z.B.. Ganz oben in der Pyramide ist die Selbstverwirklichung. Ich frage mich oft, warum ich so viele Kommentare hier reinschreiben muss (muss regelrecht). Muss nicht, weil es etwas nachzukorrigieren gäbe an den Radio-Beiträgen. Muss weil mich die Radiobeiträge anregen über Sachen nachzudenken. Und es ist sicher die Selbstverwirklichung bzw. der Vorläufer davon, was ich hier mache. Und, ja ich will auch gesehen werden. Eines Tages hoffe ich auf jemanden, der/die mit mir Kontakt aufnimmt und sagt: «Deine Gedanken fiinde ich gut, manchmal schon schräg und gewagt, aber es würde was fehlen, wenn solche Gedanken nicht zugänglich wären.»
    Der betreffende Abschnitt ist sehr sehr knapp im Vergleich zu der wahnsinnigen Bedeutung, die es für Israeliten und Araber heute noch hat. Beide Religionen beanspruchen Abraham als ihren Stammvater und auch die Christliche Religion tut das natürlich. Die christliche Religion ist wie bei einem Baum, der gegen Wühlmäuse und Schädlinge resistent ist, aber nue durch aufgpfropfte Äste ist, aufgepropft auf die jüdische Religion und deren Wurzeln.
    Was tut da Gott, wenn er Hagar hilft (durch einen Engel – welcher Engel?). Was tut da Gott, wenn ER Abraham und Sarei so lange auf ihr verheissenes Kind warten lässt? Kann so viel dahinterstecken, dass Sarei ungeduldig, ungläubig, Gott belächelnd, Abraham belächelnd und vernab der Sitten, ihrem Mann einen komischen Vorschlag macht? Sarai war mitverantwortlich, sogar hauptverantwortlich. Abraham machte es wie Adam: Ich höre auf meine Frau und mache etwas Falsches. Unglaublich. Da soll mal jemand sagen, dass Gott die Frauen nicht ernst nimmt. Und Abraham ein Luschi? Und Adam ein Luschi?

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Grellorange und ein fieser Warnpiepser beim Rückwärtsfahren. Fährt das Müllauto bei uns die Straße hoch, überhört und übersieht es keiner. Die Jugendlichen, die aus der Schule nebenan strömen, machen es ähnlich. Sie brüllen, statt miteinander zu reden. Die Seniorenwandergruppe beschallt mit ihrem Gegacker die ganze U-Bahn. Hör – mir – zu! Übersieh mich nicht! Dieses Grundbedürfnis ist so menschlich. Nicht gesehen werden, das fühlt sich an wie: unsichtbar sein, nicht wertvoll, gottverlassen und egal. Dieses Gefühl hat auch eine junge Frau gehabt, von der die Bibel erzählt. Hagar, eine Dienerin, Opfer von Menschenhandel und Zwangsverheiratung, würde man heute sagen. Sie flieht in die Wüste, schwanger, allein und planlos. Schließlich begegnet ihr ein Engel. Der schickt Hagar zwar zurück in ihre schwierigen Verhältnisse, sagt ihr aber auch: Gott hat deinen Hilferuf gehört. Und Hagar sagt staunend: Du bist der Gott, der mich anschaut. Keiner, der nur einmal guckt, wenn wir schreien, sondern einer, der uns wirklich anschaut, der nach uns schaut. Weil wir ihm nicht egal sind. Auch dann, wenn wir meinen, da ist keiner.