Mein Ort

Mein Ort. Das kann das Sofa sein. Oder die Küche. Das Büro oder der Sportplatz. Vielleicht sogar die Kirche?

1 Kommentar
Kommentare
  1. Joachim S.
    Joachim S. aus der Schweiz sagte:

    Was ist die Kirche, in die ich gehe, für ein Ort?
    Ich denke, das ist die Frage des Beitrags. Ich mit meiner Jahrzehnte langen Erfahrung kann das beobachten. Ich mit meiner Jahrzehnte langen Erfahrung könnte auch eine Wunschvorstellung formulieren. In einem früheren Kommentar von mir formulierte ich mal: «Gott wünscht sich einen coolen Haufen, der Jesus anerkennt und ihn sinngemäss verstanden hat und möglichst geschickt danach lebt, auch als Gemeinschaft». Was ist Kirche für mich: Sehen wir erst mal an, wie Kirche «vergötzt» werden kann (Das ich meine private Meinung, bitte nicht als allgemeingültig betrachten.). Die kath. Kirche hat eine Vorstellung, dass ihr die Autorität von Gott gegeben wurde und nur ihr. Die Kirche gibt dann im Auftrag Gottes auf Erden die sog. Sakramente (heilige Kirchen-Rituale) weiter. Von dieser Heiligkeits-Vorstellung kommen viel Oberhäupter dieser Kirche nicht weg, weil sie selbst sich als lebendigen Stein dieser Kirche sehen wollen. Was ist nur nun eine modernere Vorstellung von Kirche, wie sie evtl. auch zur methodistischen Kirche passt? Hier gibt es 4 Stränge: Bibel-Treue, Gründungsgedanken, Glaubens-Erkenntnis, Glaubens-Erlebnis.
    Bibel-Treue: Ich entdecke in der Bibel auch grossen Schmarrn und wer sich nicht lösen kann davon, kommt nach meiner Meinung langfristig unter die Räder in dieser Gesellschaft. Religiöser Missbrauch wird eines Tages nicht mehr akzeptiert und wer zum Bibel-Hardliner mutiert, muss wahrscheinlich auch mal dafür verantwortlich gemacht werden, dass viele in Gefängnissen landen oder umgebracht werden.
    Gründungsgedanken: Dieses Pferd kann man nicht unendlich reiten, irgendwann braucht es ein frisches Pferd, wie es eben für schnellreisende Boten früher notwendig war.
    Glaubens-Erkenntnis: Das war meine grosse Stärke: Ich durchschaute die Logik und den Heilsplan Gottes und entdeckte daran die Genialität des christlichen Glaubens. In der Kirche finde ich andere, die auch so begeistert sein können.
    Glaubens-Erlebnis: In der Kirche gibt es viele Menschen, die dieses Erleben von Gott haben wollen. Das kann sich auf Rieten und Abläufe und auf das sog. «Zeugnis-Geben» anderer beziehen und auf erlebte Glaubenserfahrung anderer. Super ist der Beitrag, weil man sich wirklich Gedanken machen könnte, wie Kirche der Zukunft aussieht, sicher tendenziell bedürfnisorientiert strukturiert.

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Als Teenagerin war Kirche für mich ein Ort für weltfremde Fromme, die keine Ahnung vom echten Leben haben. Christen waren für mich arrogante Besserwisser, die sich für was Besseres gehalten haben. Deswegen hab mich abgewendet- von den Christen und von der Kirche.

Heute bin ich wieder Teil einer Kirchengemeinde. Und ich treffe dort den Mann, der von der Alkoholsucht gezeichnet ist. Und das junge Ehepaar mit dem schwerkranken Neugeborenen. Und die Frau, die einen Sorgerechtsstreit mit ihrem Ex- Mann durchkämpft. Und egal welche Lebensgeschichte wir haben: wir tragen einander durch schwere Zeiten. Wir feiern die Höhepunkte im Leben miteinander. Wir beten füreinander. Weil uns der Glaube an Jesus verbindet. Kirche ist für mich heute nicht mehr der Ort, an dem sich weltfremde Fromme treffen. Sondern ich begegne dort Menschen, die das Leben oft in seiner ganzen Härte erlebt haben. Und die trotzdem gemeinsam glauben, dass es da einen Gott gibt, der auch dann noch trägt, wenn alles zerbricht.