Neue Nistplätze
Im Prinzip „ja“, aber wenn es mich selbst betrifft? Dann purzeln die Prinzipien und Einsichten manchmal ganz schnell.
Im Prinzip „ja“, aber wenn es mich selbst betrifft? Dann purzeln die Prinzipien und Einsichten manchmal ganz schnell.
„Fast ein Drittel aller Säugetiere sind vom Aussterben bedroht!“ Das schreibt die Umweltstiftung WWF in ihrem Newsletter. Darunter in Deutschland: Fledermaus, Feldhase oder Iltis. Mich macht das betroffen. Das muss doch verhindert werden! Im gleichen Atemzug muss ich aber an Hornissen denken. Nachdem letztes Jahr Wespen unser Haus belagert haben, sind jetzt an gleicher Stelle Hornissen eingezogen. Keine Säugetiere, aber auch schwer vom Aussterben bedroht. Das Blöde: man kommt an die Nester nicht ran. Umsiedeln ist unmöglich und über die Decke finden sie ihren Weg direkt ins Kinderzimmer. Was tun? Rückblickend betrachtet erschreckt mich etwas, wie schnell ich das Wohl der Tiere aufgegeben wollte. Nach zwei Telefonaten, bekam ich aber zum Glück den Tipp, Nelkenöl zu versprühen. Mit diesem Geruch kommen Wespen und Hornissen überhaupt nicht klar und ziehen aus. Jetzt ist das für die Tiere immer noch bitter, weil ich ihnen den Nistplatz verdorben habe, aber besser als töten. Und es zeigt mir, was Jesus in der Bibel verdeutlicht: Artenschutz klappt nicht, wenn ich diesen nur von anderen fordere. Er fängt bei mir an. Und in meinem Fall bedeutet das: Neue Nistplätze für Insekten schaffen!
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