Nur eine statt hundert

Wenn’s schief läuft, dann darf auch mal geklagt werden. Und wenn es gut läuft?

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Das war dieses Jahr nichts! Ein Freund von mir ist Pastor und besitzt einen Weinberg. Ein Nebenjob oder auch Hobby in das er viel Liebe investiert. Für ihn ein perfekter Ausgleich zur reinen Kopfarbeit eines Pastors. Aber dieses Jahr beschränkt sich seine Ernte auf einen Eimer Trauben. Erst hat der Frost im April die Blüten und Triebe erfrieren lassen und die zweite Runde, die der Weinstock angesetzt hat, hat dann das feuchtwarme Wetter ruiniert, bei dem sich Pilze super ausbreiten konnten. Mitleidig schaue ich ihn an. War also alles umsonst? – Er schüttelt den Kopf. „Nein! So sehe ich das nicht!“ erklärt er mir. „Natürlich ist das traurig, aber ich glaube Misserfolge gehören dazu. Sie fordern uns, machen uns dadurch aber auch stärker, auch weil wir daraus lernen können, zum Beispiel mit Scheitern umzugehen.“ Ich nicke nachdenklich und er ergänzt. „Und weißt du, ich bin noch hier, darf einen Weinberg bebauen, der mir auch schon um die 200 Flaschen Wein beschert hat. Auch wenn nicht immer alles läuft wie erhofft, im Großen und Ganzen bin ich reich von Gott beschenkt. Und das auch dank ihm erkennen zu dürfen, dafür bin ich Gott dankbar.“