Nur Liebe
Was ist Liebe? Vielleicht kann das gar nicht definiert werden. Aber Geschichten können erzählen, was Liebe ist.
Was ist Liebe? Vielleicht kann das gar nicht definiert werden. Aber Geschichten können erzählen, was Liebe ist.
Es gibt da so einen Moment: Erst bin ich völlig aus dem Häuschen, weil eines der Kinder Mist gebaut hat. Ich schimpfe, ich klage an, ich kann null verstehen, warum das passiert ist. Und dann schaue ich das Kind an, merke, wie die Mauer des Trotzes bricht und langsam die Erkenntnis aufkommt: „Ja, das war absoluter Mist, was ich da gemacht habe.“ Meine Wut, mein Frust verziehen sich. Ich fange an mitzuleiden mit dem Kind. Und dann habe ich – trotz allem, was gerade war und ist – einfach nur Liebe für dieses Kind. In der Bibel wird auch genau so eine Geschichte erzählt. Da sind die Leute aus Ninive. Sie haben egoistisch, über ihre Verhältnisse gelebt. Machen sich selber kaputt und Gott sagt: „So geht es nicht mehr. Noch 40 Tage, dann seid ihr Geschichte. Ich schau mir das nicht länger an.“ Die Leute aus Ninive haben keine Ahnung, was dieser Gott will, aber sie fangen an sich zu ändern, merken selbst, dass da gerade etwas schiefgelaufen ist. Und Gott? Er vernichtet sie nicht. Nein, er bereut auch noch, dass er ihnen das überhaupt angedroht hat. Da ist Liebe. Nur ganz viel Liebe für diese Menschen. Und das gilt bis heute. Mir tut das gut.
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Klar ist Liebe zu erkennen.
Klar ist auch anderes zu erkennen, wobei Gott dabei zuschauen kann. Dürren, lassen Menschen verhungern. Kriege lassen zu, dass unzählige Menschen getötet, misshandelt und in Angst und Schrecken versetzt werden.
Gott – oder das Gesamtsystem aus Gott und „den anderen Universums-Kräften“ lassen viel zu. Es gibt sogar Argumente dafür, dass eine Vergewaltigung eine Liebe ist, weil Gott vielleicht mit dem Vergewaltiger Geduld hat, dass er sich ändern kann (Es gibt auch Vergewaltigung von Frauen an Schwächeren – halt dann etwas subtiler vergewaltigt).
Liebe für den Täter kann auch noch vorhanden sein! An die armen Täter denkt man oft zu wenig.
Oder der Satz «Darum hat Gott die Welt geliebt, weil ER ihn (seinen Sohn) hat zu Tode foltern lassen.», wie krass ist das denn? Ich selbst hasse es, so hammerhart an diese hammerharten Themen ranzugehen (rangehen zu müssen).
Ich glaube, die Leute (das Normal-Volk), das gerne glauben möchte, aber sich damit schwer tut, hat einen Anspruch darauf, dass wir (die Christen-Szene) es ehrlich anschauen, was wir von ihnen (dem Normal-Volk) verlangen. Wir verlangen das Bibel-Lesen wo allerhand grausiges Zeug steht, das zwar beim Lesen ganz cool genommen werden kann, weil es ja andere trifft und nicht den Leser (z.B. bei eine Strafandrohung Gottes wegen Sünde und Gomorrrah), aber trotzdem grausiges Zeug bleibt. Klar kann man es noch grausiger übertreffen mit Horror oder Verschwörung-Phantasy oder Weltraum-Phantasy inclusive dunkle Gestalten, aber es bleibt und ist schwerer Stoff, auch ohne das «noch Schlimmere».
Liebe ist da. Das Andere ist aber auch da. Interessant wäre: Wie baue oder nutze ich mir einen Liebes-Tunnel durch diese Realität? Da brauche ich wieder «Glauben an die Liebe» dazu.