Ohne Brechstange
Hauptsache, der andere sieht endlich ein, dass er falsch liegt. So kann man in ein Gespräch gehen. Vorausgesetzt, man will nichts erreichen.
Hauptsache, der andere sieht endlich ein, dass er falsch liegt. So kann man in ein Gespräch gehen. Vorausgesetzt, man will nichts erreichen.
Verändert der Glaube an Gott? Diese Frage beschäftigt mich seit letzter Woche neu. Einer meiner besten Freunde sieht das Impfen skeptisch. Da er im Gesundheitswesen arbeitet, bangt er jetzt auch noch um seinen Arbeitsplatz. Verständnislos rief ich ihn an und gemeinsam wälzten wir uns die ganze Nacht durch verschiedenste Infos. Am Ende hatten sich weder seine Einstellung, noch meine wesentlich verändert. Trotzdem waren wir beide glücklich über das Gespräch. Ich verstehe jetzt, dass er vor der Impfung mehr Angst hat als vor einer Corona-Erkrankung und sich deshalb nicht impfen lässt. Er wiederum kann nachvollziehen, dass 2G nicht Ausgrenzen bedeutet, sondern in erster Linie Fürsorge. Das zu erkennen und zu verstehen war aber nur möglich, weil wir uns schätzen und keiner in das Gespräch gegangen ist mit dem Ziel den anderen umzustimmen. Und so sehe ich auch den Glauben. Gott will uns nicht mit der Brechstange überzeugen. Ich erlebe ihn vielmehr als Ratgeber, der mich immer wieder neu fordert, mich aber auch sein lässt. Vielleicht verändern mich seine Hinweise, vielleicht nicht. Aber wenn ich mich ändere, dann weil ich das will. So ein Weg fordert, aber er fördert auch ein echtes, weil selbst erkanntes Umdenken.
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Ich hatte letzten Sonntag vor der Kirche ein Gespräch mit einer relativ jungen Frau.
Sie wollte von mir wissen, ob Gott es reparieren kann, falls die Impfung dann doch nicht so gut ist für die langfristige Gesundheit. Ich antwortete: Ja, das kann Gott machen (Und gedacht habe ich mir: Ob Gott das dann auch macht, kann ich Dir nicht garantieren, selbst mit meinen zuversichtlichsten Glaubenseinstellungen).
In der Pandemie sind extrem viele Menschen innerhalb kürzester Zeit „gläubig“ geworden.
Ich wette darauf, dass es dem Staat mit den Medien auch gelungen wäre, das Thema runterzuspielen, weil nur 0,3 bis 0,8% der Menschen wirklich fürchten müssen, auf der Intensivstation zu landen.