Manuskript / Download
Vor zwei Wochen ist es passiert: ich suche was in meinem Geldbeutel und merke: Der Perso fehlt! Sofort ging bei mir die Panik los, Schweißausbrüche und fieberhaftes Nachdenken inklusive: Wo könnte er sein? Jackentasche, andere Tasche, Schublade. Was, wenn der Ausweis geklaut wurde oder wenn ich kontrolliert werde… Ich hab mich wie nackt gefühlt. Als ob mir dieses fehlende Dokument ein Stück meiner Identität klaut. Quatsch, natürlich. Ich bin doch so viel mehr, als ein paar Daten auf einer Plastikkarte: Mein Charakter, meine Ideen, meine Wertvorstellungen. Wie ich lebe, wovon ich träume. Das bin ich. Geschaffen von einem, der offensichtlich wollte, dass es mich gibt, so wie ich bin. Der gesagt hat: „Passt so und übrigens, ich hab noch was vor mit dir“. Das macht mich aus. Der Gedanke hat mich auch aufgebaut, als ich schon fast den Ersatzausweis beantragen wollte. Und dann hab ich ihn wiedergefunden, meinen Perso. Als wäre nix gewesen.

Foto: (c) privat, Katrin Labs
Foto: @ radio m











Kommentieren
An der Diskussion beteiligen?Hinterlasse uns deinen Kommentar!