Richtig was zu tun
Arbeit ist das halbe Leben. Ohne sie geht’s nicht, mit ihr manchmal auch nicht. Beruf und Berufung, das gehört zusammen!
Arbeit ist das halbe Leben. Ohne sie geht’s nicht, mit ihr manchmal auch nicht. Beruf und Berufung, das gehört zusammen!
Hurra, ein XXL-Wochenende! Der 1. Mai macht’s möglich. Ursprünglich, ein Tag für die Rechte der Arbeiter. Arbeit. Sie ist ein entscheidender Teil meines Lebens. Wieviel Kraft und Zeit sie nimmt, wieviel Freude sie mir oft gibt, aber genauso Stress und Frust. Ich bewundere Menschen, die ihre Arbeit trotz schwierigster Bedingungen immer fröhlich tun. Unseren Paketboten z.B., der immer gut gelaunt und höflich ist, auch die Arzthelferin in der dauerüberfüllten Praxis, die sich trotzdem jedem Patienten geduldig zuwendet. Der Begriff Beruf hat einen religiösen Ursprung: Wer sich von Gott berufen fühlt, der wird Pastor oder Entwicklungshelfer. Vielleicht auch Lehrerin, Elektriker oder Försterin. Weil es das ist, was zu unserer Persönlichkeit und den uns von Gott geschenkten Begabungen am Besten passt. Idealerweise, ich weiß. In der Realität haben nicht alle Kinder in Deutschland dieselben Chancen. Das ist unfair und auf lange Sicht auch nicht wirtschaftlich. Soviel Potential geht uns da flöten, so viele geschenkte Begabungen verkümmern. Dabei könnte unsere Gesellschaft sie dringend gebrauchen. Was kann ich tun, damit sich das ändert? Ich finde, der 1. Mai ist eine gute Gelegenheit darüber nachzudenken. Vielleicht beim Wandern.
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Erster Mai, Tag der Arbeit: Arbeit mach frei. In C. werden in Arbeitslagern Leute zur Arbeit gezwungen, teilweise 16 Std. pro Tag. Die dortige Industrie kann auf diese extrem Niedriglohn-Dienstleistungen zurückgreifen. Wer im System auffällig geworden ist, kann in so ein Lager kommen. Es reicht ein einziges Parteimitglied, das jemanden als verdächtig einstuft, um diesen Vorgang auszulösen. Angst regiert unter der Bevölkerung und es wird angeblich immer wieder mal eine Person aus einem Quartier ausgesucht (und verschwindet einfach), damit die Leute wissen: Wer nicht spurt, der kommt in ein A.-Lager.
Unser damaliger F. hat das so gemacht. Als ich als 20-Jähriger in New York am Flughafen war, zeigte mir ein Mann seine eintätowierte Nummer am Arm. Er begann eine Diskussion, ob ich nicht eine Mitverantwortung hätte? Ich lehnte kategorisch ab und sagte, dass es mich nicht betrifft, was meine Vorfahren da verbrochen und gebrochen haben. Er war entsetzt über meine Reaktion und seine Frau zog ihn weg von mir mit den Worten, dass er sich doch nicht unnötig aufregen soll über so eine jugendlich frische Überheblichkeit. Trotzdem war es für mich eine Begebenheit, die ich mindestens schon 15 Mal erzählte und ich setzte mich oft in Gedanken mit dem Thema «Mitschuld» oder «Volksschuld» auseinander.
Heute sind wir D ein Land, das mit Behinderten sehr sozial umgeht. Niemand wird unter Stress gesetzt, die Dübel und Schrauben möglichst schnell in die Sortiments-Kästen einzusortieren. Wer nicht kann, wird nicht bestraft, sondern es wird ihm/ihr Verständnis entgegengebracht. Ich kenne psychisch Kranke, die beim Gedanken, arbeiten zu müssen noch kränker werden. Ich kenne psychisch Kranke, die ohne eine solche Arbeit kaum Selbstwertgefühl spüren würden. Es liegt an der Prägung, ob Arbeit Dir etwas gibt. Ich vermute, dass Lob bei guter Arbeit eingeprägt wird. Wenn ein doofer Elternteil immer dann straft und meckert, sobald Du eine Arbeit gemacht hast, wird das anscheinend so abgespeichert im Gehirn: Lieber nichts machen, sonst gibt es Kritik.
Ja es lohnt sich, am 1. Mai über die Arbeit nachzudenken und über faire Entlohnung, ja und über faire Wertschätzung für Arbeit.