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Neulich hat es mich richtig gepackt: mit der Gartenschere hab ich – schnipp schnapp – die Thuja auf meinem Balkon gestutzt. Die war mal so richtig schön in Form geschnitten. Aber aus der längst rausgewachsen. Dahin habe ich sie jetzt zurückgestutzt. Weil es mir eben so gefällt. Oder: hab ich sie damit kleingehalten, weil es für mich so einfacher ist? Manche sehen den christlichen Gott so. Wie einen strengen Gärtner, der durch die Religion Menschen in eine bestimmte Form presst. Ich erlebe als Christin genau das Gegenteil: eine große Freiheit durch meinen Glauben. Ich darf selbst entscheiden ob ich mit Gott oder ohne ihn leben will, für seine Liebe oder ob ich die nicht annehmen will. Gott lässt mich frei wachsen und bleibt trotzdem weiterhin in meiner Nähe. Er schenkt mir Selbstbewusstsein, meinen Wert nicht an den Messlatten dieser Welt festzumachen, sondern daran, dass er mich liebt. Wo Religion Menschen kleinhält, hat sie meist wenig mit Gott zu tun. Echte Freiheit entsteht da, wo Liebe ist.

Foto: (c) radio m, Damaris Binder
Stiftung Creative Kirche 










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