Sing dich mutig!

Singen fällt leicht, wenn es uns gut geht. Aber es hilft auch, dass es uns gut geht. Einen Versuch ist es wert.

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Draußen singen die Vögel, laut und fröhlich. Drinnen mache ich mir nen Kaffee und höre Nachrichten: abgesehen von den Sportnachrichten ist wenig Erfreuliches dabei: Trockenheit und Klimawandel, Hungersnot und Krieg. Uff! Wie kann man da noch singen? Meine Tochter interessiert sich nicht für Weltpolitik, auch nicht dafür, dass sonntagmorgens um 8 nicht alle Nachbarn wach sein wollen. Sie singt voller Inbrunst im Treppenhaus: „Hast du heute schon danke gesagt, für all die schönen Sachen? Hast du heute schon danke gesagt, Gott will dir Freude machen!“ Ich sage: „Pssst!“ Und muss doch grinsen: Weil sie recht hat. Die Welt ist nicht perfekt, vieles ist die reinste Katastrophe. Und trotzdem gibt’s in meinem Leben jeden Tag so viele Gründe, mich zu freuen und zu singen: Der neue Tag, das Licht, die Sonne. Die Vögel. Meine Kinder, Kaffeeduft. Gut geschlafen haben, ein Schmetterling auf dem Fensterbrett. Der blühende Strauch. Je mehr ich hinschaue, umso mehr fällt mir auf. Das ist nicht Insta, das ist mein Leben. 1000 große und viele Kleinigkeiten, von Gott geschenkt, einfach so. Das feier ich, dafür sage ich mal laut und mal leise Danke und deshalb sing ich. Singen macht ja auch Mut. Und den brauchen wir in diesen Zeiten erst recht.