Sorgen und Dank, seitenweise

Schreiben hilft. Nicht, gegen schlimme Krankheiten. Aber der Seele.

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Freitagnacht: statt mit Pizza auf der Couch landen wir mit Blaulicht im Krankenhaus.

An Schlaf ist kaum zu denken, meinem Kind geht es schlecht. Panik und Sorge vermischen sich. Am nächsten Tag: Erleichterung, es geht etwas aufwärts. Eher versehentlich lande ich im Raum der Stille. Ganz allein, das tut mir in diesem Moment gut. Was soll ich sagen oder denken? Ich fühle mich so leer und zum Beten zu müde. Im Raum der Stille liegt ein großes Buch. Zum Reinschreiben. Es gibt noch leere Seiten. Die meisten sind aber schon vollgeschrieben. Ich lese: „Es war doch nicht bösartig! Danke an das großartige Personal!“ Ein kleines Mädchen schreibt: Lieber Gott, bitte bring meine Mutter heile durch diese bescheidene Krankheit und schenk ihr viel Kraft!“ Eine muslimische Familie bedankt sich, für diese Möglichkeit in Ruhe zu beten, ein anderer schreibt einfach nur: „Es ist überstanden! Gott sei Dank!“ Kann man mit Wildfremden mitfühlen, sich mitfreuen? Ich spüre: Wir sind irgendwie verbunden, in diesem Moment. In unserem Schwachsein, in der Freude, in der Dankbarkeit. Das zu teilen tut gut. Und es bei Gott abzuladen auch.