Wachse hinein

Aller Anfang ist schwer. Aber auch danach geht es manchmal anstrengend langsam. Keine Sorge: Das darf so sein.

2 Kommentare
Kommentare
  1. Stephan von Seydlitz
    Stephan von Seydlitz aus Bergisch Gladbach sagte:

    Liebe Anja,
    in der Hoffnung, Dich zu hören, war ich ganz über den Stimm- und Themenwechsel überrascht.
    🙂
    Herzlicher Gruß
    Stephan

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Festgottesdienst des Knabenchors. Feierlich stehen die Jungs da. Hinten der Männerchor in dunklen Anzügen. Davor der eigentliche Knabenchor im schwarzen Talar. Ja, und etwas an der Seite, dann die ganz Kleinen. Vielleicht sieben oder acht Jahre alt. Mit weißem Hemd und viel zu großen Notenmappen. Jedes Mal wenn sie aufstehen sollen, um zu singen, fällt ein Notenblatt aus der Mappe oder sie stoßen aneinander. Während der Predigt gähnt einer genüsslich und ein anderer zupft seinen Nachbarn am Arm. Es rührt mich irgendwie und berührt mich, denn es zeigt so offensichtlich, wie es ist, wenn eine große Sache, eine große Aufgabe auf mich wartet, ich aber noch hineinwachsen muss. Ich noch nicht ganz fertig bin, aber schon ein bisschen schnuppern darf. Im Chor werden die Jungs an ihre große Aufgabe herangeführt. Sie bekommen Zeit, sich zu erproben, üben, bekommen jemanden an die Seite, der auch mal hilft, die Noten in der Mappe wieder zu sortieren. Herausforderung und Begleitung. So verstehe ich auch meinen Glauben. Der ist nicht da und so ist es dann. Ich habe Zweifel und Fragen. Aber ich spüre auch eine Chance, das Leben für mich besser zu begreifen. Und andere Menschen sind mit mir im Glauben unterwegs, Schultern zum Anlehnen, helfende Hände, gute Worte, Lieder, die mich tragen und trösten. Ich kann in den Glauben hineinwachsen, bin aber jetzt schon Teil von etwas Großem.