Wie geht es dir?

Schlechte Tage gibt’s immer. Aber wie viel schlecht ist schlecht genug, um sagen zu dürfen: „Es geht mir nicht gut!“?

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Eigentlich geht’s mir gut! Aber ganz ehrlich, die letzten Wochen waren ziemlich hart. Zum gefühlt hundertsten Mal durfte ich mit Erkältung meine ebenfalls verschnupften Kinder versorgen. Am Arbeitsplatz liefs auch nicht rund und als Krönchen oben drauf, beschloss unsere Heizung zu streiken. Steuereinheit im Eimer. Wasser kalt! Hätte mich jemand gefragt, ich hätte geantwortet: „Ne, es geht mir nicht gut!“ Jetzt könnte man sagen: Was weinst du rum! Ist doch keiner lebensbedrohlich erkrankt, deinen Job hast du noch, die Heizungsmonteure sind dran und … es gibt Menschen, denen geht es wirklich schlecht! Stimmt alles, klingt aber auch ziemlich zynisch in den Ohren von jemandem, der müde und erschöpft ist. Denn auch wenn es immer schlimmer geht, ist schlimm deshalb noch nicht gut! Mir hilft stattdessen, Gott im Gebet zu danken. Dafür, dass mein Sohn in meinem Arm friedlich einschläft, die Kollegin sich meinen Frust anhört und hilft, aber auch für den Heizungsmonteur, dem eine Überbrückung einfällt, damit die Heizung anstatt von Wochen nur ein paar Tage ausfällt. Im Gebet werden mir diese gar nicht so selbstverständlichen Kleinigkeiten bewusst und das macht trotz allem Ärger Mut.