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Jetzt ist Apfelzeit, auch in meinem Garten. Leider ist bei uns der Wurm drin, in fast jedem Apfel. Ich könnte Gift spritzen. Mag ich aber nicht. Selbst schuld, könnte man da jetzt sagen, dann musst du eben mit dem Wurm leben. Das tue ich, frage mich aber trotzdem: warum steckt im Guten so oft auch etwas Schlechtes? Warum führt Macht oft zu Missbrauch, warum gibt’s die Natur nicht ohne Katastrophen? Hätte Gott doch so machen können, als er die Welt erschaffen hat? Ich spule gedanklich zurück, ganz an den Anfang. Als Gott mit dem Erschaffen der Welt fertig war, so erzählt die Bibel, fand er alles sehr gut. Aber vor der Schöpfung, da war auch schon was: Wasserfluten, Finsternis und Einöde. Dieses Chaos – das war schon da, Gott drängt es zurück. Aber es bleibt. Das Böse, Krankheiten, Misstrauen, Naturkatastrophen, die anstrengende Arbeit. Sie begrenzen mein Leben und meine Möglichkeiten. Sie sind der Gegensatz zu Freiheit, Leben, Hoffnung und neuem Leben. Damit ich erkenne, wie gut Gott es mit mir meint? Weil es nicht anders ging? Das bleibt offen. Aber jeder neue Apfel erinnert mich trotz Wurm daran: Gott will das Gute. Trotz allem.












Wir ernteten vor kurzem Äpfel und da war es so: Die Äpfel, die ein wurmstichiges Inneres gehabt haben, waren reif und sofort geniessbar und süss. Die Äpfel, die tadellos waren, waren sauer. Bei den sauren Äpfeln muss man Kompott kochen oder trocknen in Schnipseln, damit sie geniessbar werden, da ist das Saure sogar wieder willkommen. Natürliche saure Drops sozusagen geniessen.
Nehmen wir das Beispiel, dass man Gott geniessen will. Gott kann nur über das Thema Vergebung also eine gewisse Akzeptanz herstellen, dass die Frucht beschädigt wird. Eine wohlschmeckende Beziehung zum Menschen zu pflegen, ist schwer. Es geht nicht, den Menschen so zu geniessen (Dinos waren auch mit Nachteilen behaftet).
Gut dann spritz man eben Gift und man kann top Äpfel verkaufen. Was passiert dann: Bienen sterben und die Biodiversität nimmt ab. Braucht Gott die Biodiversität? Braucht Gott in den Gesellschaften verschiedene Typen von Menschen?
Ich bekam eine Freundschaftsbeziehung zu Menschen, die ich als «ökosozial» einstufe. Sie tun Brennnessel in den Salat und machen Führungen durch die Natur, dass man lernt, welche Naturkräuter und welchen Naturpflanzen man essen kann. Jeder professionelle Bauer wird diese Szene belächeln, weil der Ertrag (mengenmässig gesehen) nur für Randgruppen geeignet ist. Diese Szene wäre prädestiniert dafür, die Schöpfung Gottes zu ehren und sie wertzuschätzen, aber was begleitet diese Szene: Schamaninnen und Heiler und Gedankengut, das gar nicht zu dem passt, was die Bibel voranbringen will. Ein Dilemma. Jeder weiss, was ein Dilemma ist.
Ich versuche die Welt oft auch aus der Perspektive Gottes zu sehen und der Trend ist klar: Der total komplex gemachte Mensch, der z.B. ein hochkomplexes Immunsystem hat, um z.B. überhaupt in der Welt der Bakterien und Viren überleben zu können, ist natürlich ganz ohne Intelligenz-Einwirkung entstanden, sondern nur durch natürliche Auslese – Evolution. Ein Dilemma. Und die Bibel ist sie heilsam? Und die Bibel, ist da auch der Wurm drin? Die Bibel als Märchenbuch abzutun, weil der Wurm drin ist? Ich finde Leute inzwischen schlimm, die meinen, dass der Mensch schuldig ist, wenn er die Bibel und die darin enthaltenen Aussagen nicht akzeptiert. Damit kann man Menschen wiederum Gewalt antun. Und schon ist wieder der Wurm drin (im religiösen Bereich).