Oh Happy Day – Pfingsten!

Langes Wochenende, weil…? Pfingsten ist! Könnte man ja glatt vergessen bei dem Sommerwetter. Besser nicht, denn Pfingsten setzt Kräfte frei. Kräfte, die Menschen zueinander bringt und zu Gott.

Wochenspruch   – Sach 4, 6b

Psalmgebet  – Ps 118, 24-29

Predigttext  – Joh 14,15-19(20-23a)23b-27

Ein Dank an die Deutsche Bibelgesellschaft für die Nutzung der Textrechte.

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Heute feiern wir Pfingsten, das Fest des Heiligen Geistes.

Es sind Worte an seine Freundinnen und Freunde. Abschiedsworte, die wir gerade hörten und die Jesus vor seinem Leiden und Tod zu ihnen spricht. Wenn ich sie lese, dann berühren sie mich immer wieder aufs Neue.

 

„Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote befolgen“, sagt Jesus zu Beginn dieses Textes.

 

Jesus stellt zunächst heraus: Die Liebe zu Christus ist die Grundlage für alles, was unter den Christen geschieht. Diese Liebe ist nicht nur ein Gefühl, wie etwa ein Verliebtsein zwischen zwei Menschen, sondern eine Haltung, die sich in konkretem Handeln zeigt.

Es geht nicht nur darum, persönliche Glaubensfrömmigkeit zu pflegen, sondern in der Gemeinschaft mit anderen Christinnen und Christen, diese Liebe zu leben. Sie in den Mittelpunkt zu stellen.

Mein Eindruck heute ist:  Die Gesellschaft ist oft von Spaltung und Unsicherheit geprägt.

Sollte dann nicht wenigstens das Miteinander in einer christlichen Gemeinde von einer anderen Logik geprägt sein?

Es geht in einer Gemeinde nicht um das Erfüllen von Gesetzen oder Vorschriften.

Nein, in erster Linie geht es um die Haltung der Liebe zueinander. Eine Gemeinde, die in der Liebe Gottes lebt, ist eine Gemeinschaft des Friedens und der Hoffnung. Und das scheint mir umso wichtiger, je instabiler die Gesellschaft ist, die Welt in der wir leben.

Jesus verheißt seinen Freunden in seinen letzten Worten den Heiligen Geist, der als „Beistand“ oder auch „Tröster“ kommen wird.

Der Heilige Geist ist der, der Christen in ihrem Glauben stärken soll und helfen soll, das Gebot der Nächstenliebe, welches Jesus vorgelebt hat zu leben.

Gerade, wenn ich verunsichert bin und Halt brauche. Der Heilige Geist ist es, der mir den Weg im Leben weist, mich mit anderen gläubigen Menschen zusammenführt und verbindet und mich die Liebe Gottes immer wieder neu erfahren lässt.

Es ist der Heilige Geist, der mich begleitet, wenn ich meine Entscheidungen treffe.

Aber wie merke ich, dass der Heilige Geist bei mir ist, mich begleitet und auch in der Gemeinde gegenwärtig ist?

Die Welt, so sagt Jesus, kann den Heiligen Geist nicht empfangen, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt.

Das bedeutet, dass der Heilige Geist nicht mit den Maßstäben der Welt zu fassen ist.

Während die Welt nach Macht, Einfluss und Besitz strebt, bringt der Heilige Geist Frieden, Hoffnung und Gemeinschaft. Die Gemeinde ist die sichtbare Ausdrucksform dieser unsichtbaren Kraft, des Heiligen Geistes, die uns miteinander verbindet.

In einer Zeit, in der viele Menschen vereinsamen oder sich durch den hektischen Alltag voneinander entfremden, ist die Gemeinde ein Ort, an dem der Heilige Geist wirkt. Oder wirken kann und soll.

Denn hier werden Menschen wieder zusammengeführt, hier finden sie Halt und Orientierung.

Der Heilige Geist ist der Tröster, der uns nicht alleine lässt, sondern uns in der Gemeinschaft stärkt. In der Gemeinschaft im Glauben an Jesus Christus.

 

 

„Ich lasse euch nicht als Waisen zurück“, sagt Jesus.

Denn auch wenn Jesus körperlich nicht mehr bei seinen Freunden ist, also auch nicht bei uns ist, so bleibt er doch in einer noch tieferen Weise gegenwärtig – durch den Heiligen Geist.

Die Gemeinde ist der Raum, in dem wir diese Gegenwart Gottes erleben können. Es ist die Gemeinschaft der Gläubigen, die uns aufbaut und trägt.

In einer instabilen Gesellschaft, die von Unsicherheit und teils auch von einem Verlust an gemeinsamen Werten geprägt ist, spielt die Gemeinde eine Schlüsselrolle.

Sie ist nicht nur ein Ort der Anbetung, sondern auch der Ermutigung und des Miteinanders.

In der Gemeinde finde ich Geborgenheit, Unterstützung und auch Korrektur, wenn ich vom Weg abkomme.

Es ist der Heilige Geist, der mich ein Leben in einer Gemeinschaft führen kann. Auch um einander zu dienen.

Wenn die Herausforderungen immer größer werden: sei es durch politische Unruhen, wirtschaftliche Unsicherheiten oder soziale Spaltungen, braucht die Welt, so bin ich der festen Überzeugung, ein lebendiges Zeugnis der Liebe Gottes und eine starke Gemeinschaft der Christinnen und Christin, die diese Liebe leben. Gerade auch, um für andere da zu sein.

Die Gemeinde ist dieser Ort, an dem der Heilige Geist dazu beruft, füreinander da zu sein, sich zu unterstützen und miteinander zu beten.

„Ich lebe, und ihr werdet auch leben“, sagt Jesus weiter.

Es geht also um ein neues Leben.

Ein Leben, das nicht mehr durch die Umstände der Welt bestimmt ist, sondern durch die Verbindung mit Christus durch seinen Geist. Dieses neue Leben ist kein Leben nur für mich, sondern immer auch ein Leben in Beziehung mit anderen. In der Gemeinschaft. Wenn ich in Christus lebe, leben ich auch im Miteinander mit anderen.

Das Miteinander in der Gemeinde ist ein Spiegel dieses neuen Lebens, das uns durch den Heiligen Geist geschenkt wird. Es ist ein Leben, das die Spaltungen dieser Welt überwindet und den Raum schafft, in dem Menschen sich in der Liebe Gottes begegnen können.

Das ist kein Selbstläufer, sondern daran muss eine Gemeinde arbeiten.

Pfingsten erinnert daran, dass die Gemeinde mehr ist als nur ein Versammlungsort für Einzelne. Sie ist der Ort, an dem der Heilige Geist lebendig wird und uns als Gemeinschaft stärkt.

 

Das bedeutet konkret:

 

– Gemeinschaft pflegen:

In einer Zeit, in der so viele Menschen sich allein fühlen, ist die Gemeinde Jesu Christi dazu aufgerufen, einander in der Liebe Christi zu unterstützen.

Es müssen Räume geschaffen werden, in denen Menschen sich gesehen und gehört fühlen, wo sie Anteil an der Freude und dem Leid ihrer Geschwister haben können.

 

-Ein zweiter Aspekt ist der Dienst an der Gesellschaft:

Die Gemeinde ist auch berufen, in der Welt ein Zeichen der Hoffnung zu setzen. Sie ist berufen, sich für Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung einzusetzen und durch ihr Handeln, Gottes Liebe und Heiligen Geist in die Welt zu tragen. Im Methodismus war es seit je her ganz klar, dass gelebter Glaube immer mit sozialdiakonischem Handeln einhergehen muss. John Wesley als Kirchenvater ist da ein großes Vorbild.  Glauben und gute Werke gehören untrennbar zusammen.

 

Und letztlich bedeutet Pfingsten auch, den Glaube gemeinsam leben:

Der Heilige Geist wirkt nicht nur in uns persönlich, sondern auch in unserer Gemeinschaft.

Die Gemeinde ist eingeladen, miteinander zu beten, gemeinsam  zu singen, einander zu ermutigen und einander in ihrem Glauben zu stärken.

 

Pfingsten ist der Moment, an dem wir den Heiligen Geist neu empfangen dürfen. Er ist der Beistand, der uns stärkt, tröstet und uns miteinander verbindet.

 

Möge der Heilige Geist uns immer wieder auf den Weg der Liebe, der Gemeinschaft und des Dienens führen, damit wir ein lebendiges Zeugnis für die Welt sein können.

 

AMEN