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Wow!

Wow-Effekt! Eine Erkenntnis trifft mich wie ein Schlag udn verändert mein Leben! So etwas schon erlebt?

Wochenspruch – Joh 12, 32

Psalmgebet – Ps 27, 1.7-14

Predigttext – Eph 3, 14-21

Ein Dank an die Deutsche Bibelgesellschaft für die Nutzung der Textrechte.

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Was für eine unglaubliche Veränderung und Wandlung in der religiösen Welt. In der Welt des Judentums, aus dem dann das Christentum hervorging.

Das, was Paulus hier an die Epheser schreibt, ist nichts anderes als eine Revolution. Vor allem natürlich, wenn man die Sätze davor auch schon mitgelesen hat.

Paulus versucht den Menschen in Ephesus das Unglaubliche zu erklären: Gott wendet sich nicht nur den Menschen jüdischen Glaubens zu, sondern allen Menschen. Auch ihnen, die gar nicht jüdischen Glaubens sind. Auch an die, die gar nichts glauben. Und dieser Gott wendet sich ihnen auf eine Weise zu, die wirklich sensationell ist. Nicht in Strafen und Drohungen erwartet er die Huldigungen und Danksagungen der Menschen, nein, er schenkt den Menschen seinen Namen, er will in und bei ihnen wohnen. Es ist die Liebe, die universale Gottesliebe, in der ihnen Gott begegnen will. Das sollen sie in ihrer ganzen Breite, Länge, Höhe und Tiefe erfassen.

Diese Liebe soll sie total ausfüllen, das ganze Leben ergreifen und jeder, wirklich jeder bekommt seinen Anteil daran. Jede und jeder, der sich diesem Gott öffnet und zuwendet. Das ist eine Sensation, eine Revolution. Einen solchen Glauben, eine solche Gottesvorstellung gab es damals einfach nicht.

Das ist die Erkenntnis aller Erkenntnisse! Eine Erweiterung der religiösen Vorstellung, die es bisher so noch nicht gegeben hat.

Allen Menschen! Dieser Gott will allen Menschen in Liebe begegnen! Der Himmel ist offen! Man muss ihn sich nicht verdienen! Nicht opfern und darum bitten und betteln.

Ich versuche mir manchmal vorzustellen, wie das für Paulus gewesen ist, als diese Erkenntnis so allmählich in ihm gewachsen ist. Dazu das Erlebnis vor Damaskus, das ihn buchstäblich vom Pferd gehauen hat.

Wie ist das, wenn man merkt, dass das, was man bisher so geglaubt hat, irgendwie ganz anders ist. Viel größer, viel weiter als man das je denken konnte. Wie ist das, wenn man das Gefühl hat, dass einem die Augen geöffnet werden. Man sieht Neues, Unglaubliches, Sensationelles. Er, der Theologe, Schriftgelehrte und Pharisäer, der auf einmal über den Tellerrand hinausblicken kann, ja hinausblicken muss. Und nicht mehr dahinter zurückkann und will.

Ich kann mir vorstellen, dass Paulus, von dieser Einsicht überwältigt, nicht mehr aufhören kann, davon zu sprechen, darüber zu schreiben, es mit allen Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen, in die Welt hinauszurufen. Zum Beispiel im Brief an die Epheser…

Paradigmenwechsel nennt man das oder Zeitenwende.

Kennen Sie das? Kenne ich das?

Wir, die wir häufig in christlichen Kirchen und Gemeinden aufgewachsen sind, sind doch bereits mit dem lieben Gott groß geworden. Mit dem guten Hirten, der seine Schafe liebt und sein Leben für sie gibt… Wir hatten doch noch nie den Gedanken, dass man Gott Opfer bringen muss. Oder?

Hm … Die große Begeisterung und Freude scheint das aber nicht bei uns auszulösen. Das ist kein Booster, kein Energieriegel, der uns auf die Straße treibt oder begeistert reden lässt.

Viele von uns schauen in den Spiegel und finden sich „nicht ok“. Sind müde von den ständigen Anforderungen und Ansprüchen, die Familie, Beruf und oft auch die Kirche fordern. Werden älter und sorgen sich um die Zukunft. Viele vergleichen die Gegenwart ständig mit der Vergangenheit oder sich mit anderen. Und immer merkt man, das passt nicht. Früher wars besser und selber kann man niemals mit allem und jedem mithalten. Ich opfere mich buchstäblich auf, aber es bringt nicht das, was ich mir erhoffe. Glück. Freiheit. Freude. Zufriedenheit. Ein Stückchen Himmel auf Erden.

Warum sagen wir uns und den Menschen, mit denen wir zu tun haben, nicht viel häufiger „Du bist gerettet!“. Oder „Dein Leben ist geborgen und gehalten hier und bis in alle Ewigkeit!“. Oder „Du musst nicht schön sein, gut oder schlank, ein toller Hecht sein – du bist ok. Gott liebt dich. Und wir auch!“ Warum sagen wir uns und anderen nicht: „Es ist alles getan!“ jedenfalls alles, was wirklich zählt, wenn es um unser Seelenheil geht. Wir sind geliebt. Es ist ok.

Das jedenfalls wünsche ich Ihnen. Dass Ihnen das immer wieder jemand sagt. Und sie es ähnlich wie Paulus erfassen können. Dass es Ihr Herz erfüllt, ein Lächeln in Ihr Gesicht zaubert und sie fröhlich jeden Tag losziehen lässt.

Ich möchte beten.

 

 

Gebet

Gott, der du nicht nur die Welt, sondern jeden Menschen liebst. Der du mich liebst und alles für mich getan hast. Der du mir den Himmel geöffnet hast. Gott ich danke dir dafür und bitte dich, dass diese Einsicht mein Leben erfüllt. Dass du mein Leben füllst in seiner Länge und Breite, in seiner Höhe und Tiefe.

Und ich bitte dich, dass man mir das dann auch abspürt und ansieht, dass ich ein von dir geliebtes Kind bin. Schenke diese Einsicht nicht nur mir, sondern allen Menschen. Besonders denen, die das heute ganz nötig brauchen.

Gemeinsam beten wir mit den Worten, die Jesus seine Jüngerinnen und Jünger zu beten gelehrt hat: