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Die Frühlingssonne ist gnadenlos. Plötzlich fallen mir Zimmerecken auf, in denen schon lange kein Staubwedel mehr war. Hoffentlich kommt heute kein Überraschungsbesuch! Wobei, auch Gäste machen Dreck. Wie muss das erst zur Zeit von Jesus gewesen sein! Da hatten die Leute oft nur einfache Sandalen. Und den Dreck direkt an den Füßen. Kam Besuch, hat der Gastgeber erstmal ein Fußbad angeboten. Also, der Diener natürlich. Deshalb waren Jesus Freunde ziemlich überrascht, als er ihnen bei einem Treffen selbst die Füße waschen wollte. Hä, wie? DU willst MICH vom Dreck befreien? Jesus Freunde hat das überrascht und beschämt. So, als ob der Chef dem Azubi den Kaffee bringt. Verkehrte Welt. Genau die wollte Jesus ihnen vorleben. Hat ihnen gesagt: Wer von euch bedeutsam sein will, der soll alle andere wichtiger nehmen als sich selbst. Puh…und wie mache ich das, wenn heute Überraschungsbesuch klingelt? Vielleicht die staubigen Ecken vergessen und fragen, was mein Besuch wirklich braucht. Kaffee? Einen Plausch, Schlüssel vergessen? Komm doch rein. Ich bin da für dich.

Foto: © radio m
© radio m 










Was braucht der andere wirklich? Füsse waschen durch den Chef? Füsse waschen durch Jesus? Eine Bestätigung im Amt? Eine Bestätigung, dass man sich was Gutes überlegt hat und nicht was Abstruses?
Im Beitrag am Schluss: Komm doch rein, setze Dich. Was kann ich Dir Gutes tun? Und schon hat man auf ganz einfache Weise, dem anderen Menschen schon was Gutes getan. So einfach ist es manchmal. Aber wichtig: Nonverbal wird auch viel gesendet. Der andere Mensch spürt: Da meint es jemand gut mit mir.
Meine Mutter sagte mal zu mir: „Du musst halt auch lernen, „schön zu tun“.“ Ich dachte mir dabei: Hm, was meint sie damit? Zweifelsohne ist man im Vorteil, wenn man erst mal generell schön tut und dann kann man im Verlauf ja immer noch „böd tun“, im Geist oder offen erlebbar.
Im Gespräch mit anderen Menschen, macht man automatisch so ein inneres Scanning, was wirklich hier los ist. Gestern sagte ich einem Geschäftskollegen eine bestimmte Zusammenarbeit ab per Whatsapp. Als wir uns dann erstmalig danach sahen, grinste er mich wie Honigwabe an und ging schnell in den anderen Raum. Meine Erwartung war: Signalisiere mir bitte, dass Du mir wegen der Absage nicht böse bist. Das Gefühl von Ernsthaftigkeit bitte. Dann sprach ich ihn an, dass ich sein Supergrinsen und seine Superfreundlichkeit als Überheblichkeit eingestuft hatte: Er sagte, sorry, als ich gegrinst habe, da war eben ein Anruf von meiner Partnerin da, dass ich vergessen hätte, den Müll mitzunehmen. Er grinste, wegen dieses Nebensächlichkeits-Anrufes (er vielleicht auch nur war: Rede was mit mir, egal was.), aber er meinte doch recht schnell, ich müsse ein Problem haben, wenn ich ihm dieses Grinsen als Überheblichkeit auslege. Ich sagte, deshalb gebe ich Dir ja dieses Feedback, damit wir abgleichen können was „wirklich“ los ist. Er wiederholte: Deine Absage hat null negative Auswirkung auf unser Verhältnis, er sieht es als normales Geschäftsgebaren an, dass auch Absagen stattfinden. Der krönende Abschluss des Gesprächs wäre gewesen: „Danke dass Du mir das Feedback gegeben hast, so konnten wir die Sache gut klären. Alles okay, mach Dir nicht so viel Kopf.“
Der Mensch – ein wirklich kompliziertes Wesen – und wann helfen uns gewisse Bibeltexte?