Antreiber

Stimmen in mir. Doch leider nicht von der netten Sorte. Ich muss sie loswerden.

1 Kommentar
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  1. Joachim S.
    Joachim S. aus der Schweiz sagte:

    Die Antreiber, wer schickt sie?
    Ich frage mich auch oft, wie man richtig mit Antreibern umgeht. Ganz abstrakt angeschaut, muss man erst mal feststellen, dass sich durch den Glauben die Palette erweitert. Engel, Wunder, Gotteswelten aber auch böse Geister und der Gegenspieler kommen ins Spiel. Es kommen so Geschichten ins Spiel, wie das Meer geteilt wurde, die die einen gerettet und die anderen tötet. Dem Schwächeren (der ohne Streitwagen und Militär) wird geholfen.
    All das runterbrechen auf mein persönliches Leben braucht Arbeit und Erfahrung. Die erste Hilfe dabei ist die Kirche, die uns im Vergleich zu anderen (mit dem Glauben umgehende Menschen) eine Orientierung gibt, wie man mit all diesen Informationen umgehen kann. Nun kommt in unserer Gesellschaft noch die Freiheit hinzu, sich mehr oder weniger seinen eigenen Glauben zu basteln (zumindest im Kopf). Es droht keine Heexsxenverfolgung bei falscher Richtung, aber es drohen Stürme im Kopf, was wohl richtig und was wohl falsch ist.
    Faktisch wissen wir, dass im reliigösen Bereich viel gesündigt wurde und gerade dort die Sünde nicht seltener war (um etwas in «alter Sprache» zu sprechen).
    Mit dem (gesunden) Geist Gottes (zusammen) sollte man sich in einem stabilisierten Bereich aufhalten, bei dem man noch sicher sein kann: Wenn ich angetrieben werde, dann von einer verlässlich hilfreichen Kraft.
    Ganz schlimm wird es, wenn man umdeutet. Beispiele: Ein Engel Gottes will mir helfen und ich denke: Heute lasse ich mich nicht von so einem Stress antreiben.
    Das Umgekehrte brauche ich hier nicht zu schreiben. In alter Sprache würde das Umgekehrte bedeuten: Ich, wenn ich zur Sünde verführt werde, werde mich davon nicht antreiben lassen. Leider ist es für gläubige Menschen manchmal ein bisschen schwieriger, aber wir werden wertvoller dadurch mit der Zeit. Nach dem Hinfallen: Aufstehen.

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Da sind sie wieder. Meine Antreiber. Sie rufen mir zu: „Das alles musst du vor den Ferien noch schaffen! Nein, den Termin kannst du nicht ausfallen lassen. Wie sieht es denn im Keller und unter dem Dach aus? Wolltest du den Papierkram nicht längst erledigt haben?“ So peitschen sie mich nach vorne. Die Antreiber in mir erinnern mich an eine biblische Geschichte: Das Volk Israel war in ägyptischer Gefangenschaft. Dann wurde es freigelassen und Mose hat sie angeführt. Plötzlich waren die Ägypter aber wieder hinter ihnen her. Jagten ihnen nach. Trieben sie vor sich her. Bis zum Roten Meer. So getrieben haben sich die Gejagten ins Meer geflüchtet. Das Wasser hat sich geteilt. Die Israeliten konnten durchgehen und hinter ihnen wurden die Antreiber vom Wasser verschlungen. Das wünsche ich mir für meine Antreiber auch: dass sie verschlungen werden und aus meinem Kopf verschwinden. Gott schickt keine Antreiber, sagt mir die biblische Geschichte. Er will, dass ich befreit meinen Weg gehe. Wer schickt sie mir also? Ich mir selbst? Dann weg damit – ab in die Fluten.