Endlich Neustart!
Buß- und Bettag ist unangenehm. Kann der nicht weg? Kann er. Aber dann nehmen wir uns eine Riesenchance!
Buß- und Bettag ist unangenehm. Kann der nicht weg? Kann er. Aber dann nehmen wir uns eine Riesenchance!
Och nee, Buß- und Bettag, heute, da wollen die Kirchen einem doch immer ein schlechtes Gewissen machen. „Wir sind so schlecht! Wir müssen uns kleinmachen!“ Das macht ja richtig Spaß… Natürlich nicht. Aber genauso natürlich ist, dass der Buß- und Bettag das überhaupt nicht will. Das ist kein Trauertag, das ist ein Feiertag. Das ist der Tag des Neustarts. Weil es darum geht: Ich schaue, was ich in den letzten Monaten so alles nicht gut hingekriegt habe. Das schaue ich mir gründlich an, auch wenn’s unangenehm wird. Weil ich weiß: Künftig besser machen kann ich nur, wovon ich weiß. Und dafür brauche ich dann von anderen oft erstmal die Chance, es beim nächsten Mal besser machen zu können. Die kommt aber nicht aus dem Nichts. Die kommt aus einer Entschuldigung. Auch wenn’s unangenehm ist. Meine Fehler anschauen, wieder in Ordnung bringen und dann neu starten, das will der Buß- und Bettag. Und dabei klarmachen: Gott geht diesen unangenehmen Weg gerne mit uns. Damit es uns künftig besser geht.
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Gestern erlebte ich so einen Moment in mir. Ich wurde plötzlich unsicher, ob ich nicht „Dreck am Stecken“ habe. Dreck am Stecken kommt von früher, man putzte die Schuhe aussenherum mit einem Stecken frei, aber da war eben dann der Dreck am Stecken und den nahm man weiter zum Wandern mit. Man verlagerte den Dreck. Die Schuhe waren nur von oben optisch etwas sauberer. Eine alte Formulierung: Den Dreck unter das Kreuz bringen, Jesus starb dafür, wir dürfen uns frei fühlen.
Zu meinem Dreck: Ich habe nun schon öfter am Sonntag gearbeitet: Marmelade kochen, Gemüse in Gläser einmachen, Hof schöner machen, Umtopfen und teils für die Firma arbeiten. War es Busse, die ich dabei tat? War es ein plötzlich aufkommendes schlechtes Gewissen? Es gibt Tage an denen man sehr anfällig ist, sich ein wenig selbst zu peinigen.
Wobei das «selbst peinigen» nach meiner Beobachtung folgendes sein kann: Man fühlt sich schlecht, so halb depressiv und dann sucht sich unser Gehirn so Gründe, damit man sich auch wirklich schlecht fühlen darf (ist vielleicht nicht bei jedem Menschen so!).
Also kann man unterscheiden in Tage an denen man «dünnhäutig» ist und Tage an denen man «dickhäutig» ist. Busse (Buße) tun an dickhäutigen Tagen ist so was, was man gerne abtut, als sei das zumindest halb-notwendig.
Nun welche Busse gefällt Gott? Die Busse an den dünnhäutigen Tagen oder die gelungene Voll-Busse an den dickhäutigen Tagen?
Die Bibel unterscheidet recht wenig oder nur sehr wenig differenziert, ob Menschen im eher depressiven Zustand etwas wollen oder im hellwachen Zustand. Bei den Leuten, die geheilt werden, fragt Jesus: Was willst Du? Vielleicht will ja mal jemand ein Krüppel bleiben, aber diesen Depri-Zustand oder diesen Minderwertigkeits-Zustand loswerden.
Das wäre eine «lustige» Heilungsgeschichte: «Jesus ich will weiter betteln wegen meiner körperlichen Behinderung, aber den Depri-Zustand, den hätte ich gerne dauerhaft los dabei.» In der Esoterik-Szene geht es stark um diese Sachen: Unnötig schlechtes Gewissen loswerden und Depri-Zustände los werden. Was diese Szene für Vorteil hat: Sie benennt diese Probleme klar und es wirkt dann so, als hätten sie die besseren Konzepte dagegen.