ErnteDANK

Danken klingt immer nett. So freundlich und positiv. Aber wie klar ist mir, wem ich danke? Und dass Danken bedeutet, dass mir etwas geschenkt wurde?

1 Kommentar
Kommentare
  1. Joachim S.
    Joachim S. aus der Schweiz sagte:

    Die Weltbevölkerung stieg von 1800 bis 1925 (125 Jahre) von 1 Mrd auf 2 Mrd Menschen an.
    Die Weltbevölkerung stieg von 1960 bis 2011 (51 Jahre) von 3 Mrd auf 7 Mrd an.
    Wir können dankbar sein, dass Gott so viele Menschen (statt 1 Mrd nun 8 Mrd) ernähren konnte oder wir uns selbst.
    Wer da in religiösen Kreisen gegen Abtreibung (im Generellen) ist, ist ein Sünder am Planeten Erde (meine private Meinung). Der Mensch macht Fehler incl. einer Vermehrung, die evtl. gar nicht sinnvoll ist im Einzelfall.
    Sprachlich kann ich alles machen: Ich kann so sprechen, dass alles ganz fürchterlich ist. Aber ist es nicht eine grandiose Leistung, 8 Mrd statt 1 Mrd Menschen auf diesem Planeten zu ernähren? Und der Anteil an den 1 Mrd Menschen, die unglücklich waren ist vielleicht sogar höher gewesen, als an den 8 Mrd, anteilig in % Zahlen, meine ich (klar spekuliere ich hier).
    Wir sollten zumindest eine Stagnation der Bevölkerungszahlen weltweit schaffen.
    Corona und Impfen war vielleicht so ein Versuch etwas ohne Krieg zu machen.
    In muslimischen Ländern herrscht immer noch die Regel: Je mehr Kinder, desto besser. Ich weiss, dass das ein extrem schwieriges Thema ist. Wenn wir es nicht vernünftig lösen, wird es unvernünftig durch Krieg gelöst – leider – mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit.
    Welche Verantwortung hat Gott und seine Christenheit dabei?
    Sicher nicht die, Führern eine Spitzenmacht zuzugestehen, weil uns das wie biblisch natürlich vorkommt. Demokratie (die Macht geht vom fair geschulten Volk aus).

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Danke! Danke? Die Preise steigen, die Inflation hat Fahrt aufgenommen, der Sommer war heiß und trocken, die Ernten der nächsten Jahre werden fraglich, unsicherer, die Kühlschränke leerer, die Welt brennt lichterloh, der Ukraine-Krieg hält uns in Atem und es gibt unzählige weitere Kriege, Terror, Angst, Hunger, Not, Dürre. Das einzige Gefühl, das sich da noch passend anfühlt, ist wohl: Verzweiflung. Aber Dank? Weil „Erntedank“ im Kalender steht? Ist das nur wirklichkeitsfremd oder schon zynisch? Weil wir halt trotz allem genug haben – nur die anderen eben nicht? Könnte sein. Wer auf dem Oberdeck mit Schampus opulente Partys feiert, während in den unteren Decks der brutale Kampf um die letzte Rinde Brot tobt, dem darf man Zynismus attestieren. Aber sicher keine Dankbarkeit. Sind wir im immer noch reichen Europa diese Zyniker vom Oberdeck? Es ist schwer, diesen Eindruck zu zerstreuen, aber es entscheidet sich an einer anderen Frage: Weiß ich um meine Zerbrechlichkeit? Weiß ich, dass es nicht einmal im Ansatz selbstverständlich ist, dass mein Kühlschrank noch voll ist? Weiß ich, dass ich es nicht meinem Ärmel-hochkrempeln zu verdanken habe, dass es mir heute gut geht? Sondern dass ich es den Bedingungen verdanke, unter denen ich lebe und die ich anderen verdanke? Dass ich es tatsächlich Gott verdanke, dass ich leben darf, wie ich lebe – und dass mein Dank nur dann einen Wert hat, Tiefe und Glaubwürdigkeit, wenn ich von dem weitergebe, was ich geschenkt(!) bekommen habe. Was Gott mir geschenkt hat, weil er mich liebt. Und weil er mir zutraut, dass ich weitergebe, was er bei mir begonnen hat: dass Geben glücklich macht. Und satt.