Es lebe Lametta

Ich freu mich auf Weihnachten! Ist ja noch ein bisschen hin, aber in Venezuela geht es jetzt schon los.

3 Kommentare
Kommentare
  1. Joachim S.
    Joachim S. aus der Schweiz sagte:

    Venezuela, Weihnachten und Umgang mit Macht
    Liebe Anja, dieser Beitrag ist ein typisches Beispiel, wie in der christlichen Szene diese Bezugsfehler passieren. Ein Mensch, der wirklich mit Macht umgehen muss oder in der Opposition ist, in Bezug auf einen Macht-willigen Menschen, der wird mit diesem Beitrag allerhöchstes einen Mini-Impuls bekommen.
    Auch Gott, wenn es um Macht geht, ist in einem ganz anderen Modus, als wenn es um Volksglauben mit Friedens-Idylle und Armuts-Idylle geht, meine ich zu meinen. Realität in der Bibel: Alleine, die halbwegs glaubhafte Ankündigung der Weisen aus dem Morgenland, dass ein König geboren wurde, weil am Himmel so etwas wie ein neuer Stern auftauchte, hat vielen kleinen unschuldigen Knaben das Leben gekostet. Das ist biblische Realität und die ist grausam. Da darf ein römischer Regent seine Ängste ausleben und unschuldigen Kindern deshalb das Leben nehmen. Josef, Maria und Jesus wurden dadurch zu Flüchtlingen, sie flohen nach Ägypten. So viel Macht lässt Gott solchen ängstlichen Macht-Menschen – unglaublich.

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    • Joachim S.
      Joachim S. aus der Schweiz sagte:

      Ich schicke meine Kommentare auch an Freunde, befreundete Frauen und Bekannte. Es kam das Feedback, dass es den Kindsmord wahrscheinlich gar nicht gab und es mystisch zu verstehen sei und als Analogie zum Kindsmord, der schon einmal geschah vor dem Auszug aus Ägypten. Diesen Zusammenhang zu denken, ist sehr interessant! Klar wäre das eine riesen Spannungsbogen, der sich dadurch aufbaut und der Geschichte mit Maria, Josef und Jesus und Ägypten eine mystische Bedeutung ohne Gleichen geben würde. Nur fragte ich mich dann: Wenn jemand das dann so in die Bibel schreibt (Gut dieser Mensch schrieb es nicht in die Bibel, sondern erst mal ins Matthäus-Evangelium und das landete dann in der Bibel.), so ist doch die Frage, wie man damit umgehen soll, dass es evtl. eine Manipulation sein könnte. Man wird manipuliert, die Geschichte um die Geburt Jesus, durch die Tötungsaktion durch einen König noch stärker zu gewichten, aber wahr war es vielleicht nicht, sondern mystisch motiviert. Nur was heisst dann „mystisch motiviert“??? Es würde in dem Sinn heissen: Der Zweck „zu lügen“ heiligt die Mittel. Quasi: Weil es „den Glauben“ verstärkt, ist es erlaubt zu lügen. Ich finde das grausig und nicht mystisch.
      Und noch weitergedacht: Jetzt geht eine grosse Anzahl von Menschen (nennen wir sie christliche Fundamentalisten) her und verheiligt das Buch im Nachhinein als „komplett Gottes Wort“. Ich finde das grausig und nicht „treu heilig“.
      Lösung: Solche Fehler als möglich einkalkulieren und sich den Glauben bewahren, hinter dem wirklich eine tolle Motivation steckt und definiert wird, was (wirklich) löblich ist.

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      • Joachim S.
        Joachim S. aus der Schweiz sagte:

        Ich bin durch Diskussionen weiter „gezwungen“ worden, dran zu bleiben. Ich stellte fest, dass es 2 Sorten von Mystik gibt: Die eine Sorte, die das Vorhandene als Wahrheit akzeptiert, dass man z.B. Bibeltext als mystisch ansehen kann. So bedeuten z.B. die Zahlen 40, 12, 7 etwas eher Heiliges. Paulus trifft z.B. in Ephesus, Apostelgeschichte 19,7 auf etwa 12 Jünger, nicht auf etwa 11 und nicht auf etwa 13 oder 14.
        Die andere Sorte: In umgekehrter Weise (als nicht auf (ganze) Wahrheit beruhend) die Mystik zu verstehen, ist schon eine harte Nuss, aus der man dann das Kernmaterial schlecht rausbekommt (so habe ich es bei einer Walnuss erlebt). Obwohl man denkt, man habe die Nuss ja schliesslich geknackt, bekommt man das wohlschmeckend Nussige nicht raus.
        Bei der Kindsmord-Geschichte und ob Josef, Maria und Jesus nach Ägypten fliehen mussten, weiss ich mir nun nicht besser zu helfen, als für mich zu entscheiden: Mit einer Wahrscheinlichkeit von ca. 70% stimmt die Geschichte so, mit einer Wahrscheinlichkeit von ca. 30%, ist die Geschichte so erfunden und passt dann allerhöchstens aus mystischen Absichts-Gesichtspunkten heraus, totale und hinterlistige Geschichtsverfälschung klammern wir mal total aus.
        Ja, wie umgehen mit der Bibel, wenn so „Unschärfen“ auftauchen??? Eine echt schwierige Aufgabe.
        Die betreffende Person (ist eine Frau) ist stinke sauer auf mich, weil ich ihren mystischen Umgang mit der Bibel nicht so akzeptieren will, wie sie das akzeptiert haben will. Umgekehrt akzeptiert sie meine skeptische Haltung gegenüber ihren Mystik-Auslegungen nicht.
        Zurück zur Sache: Notgedrungen muss man es evtl. auch so machen: Egal ob es nun stimmt oder nicht: Nimm es so, als ob es stimmt, sonst bringst Du die Leute durcheinander.
        Sprich: Öffentlichkeitswirksam, kann man nicht anders, als den Bibeltext so anzuerkennen, wie er ist. Zur Not kann man den Text als Kulturgut betrachten, wenn man es als Wahrheit nicht akzeptieren kann.
        Und dass des nicht stimmt mit dem Kindsmord durch Herodes, kann man so als Nischen-Geheimwissen betrachten, mit dem man leider nicht an die Öffentlichkeit kann.
        Analogie: Wie bei einer verbotenen Liebschaft, die aber echte und notdürftige und hingebende Liebe zu einem Menschen dummerweise sein kann.

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Ab 1. Oktober beginnt die Weihnachtszeit. In Venezuela. Ganz offiziell. Per Dekret! Anscheinend, damit die Menschen mal wieder nach 2020 und 2021 ihre Sorgen vergessen und sich vom weihnachtlichen Treiben einlullen lassen. Inflation, Armut, Menschenrechtsverletzungen. Das soll in Weihnachtsliedern, Lebensmittelpaketen für die Armen und leuchtenden Sternen untergehen. Eigentlich aber, legt Weihnachten den Finger in die Wunde. Weihnachten zeigt die Missstände erst auf. Ärmliche Verhältnisse. Eine Geburt zwischen dem Vieh. Hier kommt Gott zur Welt. Nicht weil alles Glanz und Gloria ist, sondern weil die Menschen eine neue Denke brauchen. Nicht Macht soll regieren, sondern die Liebe zu den Menschen. Gott wird Mensch, um Menschen Mut zu machen. Kraft zu geben. Ja, um im Leben bestehen zu können, aber auch, um Missstände anzugehen. Ob der Präsident in Venezuela das mitbedacht hat? Es könnte ja sein, dass die Venezolaner sich durch Weihnachten erst recht gestärkt fühlen, um dann die Mächtigen in ihre Schranken zu verweisen. Frohe Weihnachten.