Helfen statt spenden
Spenden steht gerade wieder hoch im Kurs, aber es kann auch grenzwertig sein. Weil manche Spendenmotivation verkappter Egoismus sein kann.
Spenden steht gerade wieder hoch im Kurs, aber es kann auch grenzwertig sein. Weil manche Spendenmotivation verkappter Egoismus sein kann.
Die Tage kommt eine Bekannte auf mich zu und fragt, wo sie denn Kinderklamotten für ukrainische Flüchtlinge hin spenden könne. Dann ergänzt sie, „Oder können die etwas anderes brauchen, was ich loswerden kann?“ Ich bin mir nicht sicher, ob sie es so meinte, wie sie es gesagt hat, aber ich muss schlucken. Wem soll ihre Spende eigentlich helfen? Damit ist sie aber nicht allein. In einem interessanten Artikel lese ich, dass Spenden allein nicht reicht. Armut sei komplexer, als den Mangel an Geld zu beseitigen. Vielmehr brauchen arme Menschen neben Geld, gesunde Beziehungen, Selbstbestimmung, Gesundheit und Bildung. Interessant finde ich deshalb, wie Jesus den Menschen geholfen hat. Die Bibel zeigt, wie Blinde wieder sehen konnten, Gelähmte wieder gehen konnten und den Armen? Ihnen sagte er etwas, was sie sonst weder gesagt noch gezeigt bekommen haben: Gott liebt und schätzt jeden Menschen gleich wert. Ob arm oder reich. Jesus holte sie vom Rand der Gesellschaft in die Mitte. Baute sie seelisch und körperlich auf und bekämpfte damit Armut nachhaltig. Als reicher Mensch bitte ich Gott, mir bewusst zu machen, dass echte Hilfe nie beschließt, was der andere braucht, sondern immer fragt: Wie kann ich dir helfen?
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Zum Helfen mache ich mir ein Gerüst oder eine Philosophie. So helfe ich 2 Männern, die in psychiatrischen Einrichtungen sind. 1. Regel: Einmal der, einmal jener, abhängig vom Datum. Der eine ungerader Sonntag, der andere gerader Sonntag. Dann nur: Alles nur auf Sonntag beschränkt, weil solche Menschen gerne grenzenlos nehmen und selbst das Mass nicht bestimmen können. In der Corona-Zeit kam alles durcheinander. Meine Entschlossenheit, der Rhythmus, ja sogar die Lust zu helfen. Momentan werden sie weggesteckt wegen Corona und gleichzeitig gibt es solche Beschränkungen bei uns in der S. nicht mehr. Ganz doofes Gefühl, wie man die Deutschen dabei ansieht. Deutsche wollen es natürlich wieder super gut machen (bin selbst Deutscher). Psychologisch in mir: Warum helfe ich wirklich? Brauche ich dieses spürbare Gefälle für mich bei dieser Arbeit? Kann ich dabei besser sein, als ich bin?