hineinwachsen

In vieles kann man reinwachsen. Auch in Worte.

1 Kommentar
Kommentare
  1. Joachim S.
    Joachim S. aus der Schweiz sagte:

    Ja das ist ein toller Bibelvers, bei dem es heisst, dass man nur für diesen Tag sorgen soll und nicht schon so viel Sorgen (wie ein Magnet den Eisenstaub) für die kommenden Tag ansaugen und verarbeiten soll.
    Da ich ja jemand bin, der die ganze Bibel, also jeden Textabschnitt, nicht als Gottes Wort akzeptiert, frage ich mich immer wieder, was denn wirklich göttlicher Natur ist, was man an Texten so findet. Früher als ich junger Christ war, so hatte ich das Gefühl öfter: Wow, das ist der Vers für den heutigen Tag – und alles Text ist gut.
    Es war wie verlobt sein und bald heiraten und die Liebste rundum toll zu finden. Und wenn was von ihr kommt ist es einfach nur köstlich.
    Das kann ich heute nicht mehr. Ein Fehler? Hineingewachsen in die Bibel? Hineingewachsen in ein erwachsenes Differenzieren?
    Ein guter Bekannter, auch ein Geschäftsmann will sich taufen lassen. Er mag meine kritischen Äusserungen nicht (Gemeindeströmung mit allem annehmen, wie es ist) und ein anderer Bruder verweigerte sogar einmal das Zuhören, weil er in seine „lieblich betrachtenden Welt auf beliebige Bibeltexte“ bleiben will.
    Es ist grausig, ich mag mich selbst nicht immer damit. Ja hineinwachsen, was bedeutet das? Erst ist die Kleidung peinlich zu gross, dann passt sie schon und später wird sie zu eng.
    Liebe Anja, schöner Beitrag von Dir! Sehr angenehm zum Anhören!

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„Da wird er schon noch reinwachsen. Lieber ein bisschen größer kaufen.“ Ja, so war das, als die Kinder klein waren. Und sie sind hineingewachsen. In ihre Kleider, in den Kindergarten, in Freundschaften, auch ins Abschiednehmen von Menschen, ins Loslassen und Aufbrechen in ein eigenständiges Leben. Letztendlich bin auch ich in vieles hineingewachsen. Manches erschien mir zu groß, aber irgendwann passte es. Hineinwachsen kann ich auch in Bibelverse. Zum Beispiel in den: „Quält euch also nicht mit Gedanken an morgen; der morgige Tag wird für sich selber sorgen. Es genügt, dass jeder Tag seine eigene Last hat.“ Das heißt ja so viel wie: „Bleib im Heute. Schau, was heute ist, auf das, was du heute tun und bewirken kannst. Manches, wovor du morgen Angst hast, erledigt sich vielleicht von selbst. Und wenn nicht, dann reicht es, wenn du dich morgen sorgst. Gott gibt dir heute die Kraft, die du brauchst und morgen neue Kraft.“ Je mehr ich mich mir das sage, desto leichter fällt es mir, es anzunehmen und mich nicht heute schon zu zersorgen. Es sind gut gemeinte Ratschläge, die mich entlasten sollen und in die ich mit der Zeit reinwachsen darf.