Ist der Gen-Z wirklich alles egal?
Gen-Z gilt als gleichgültig aber passt dieser Ruf wirklich zu ihnen.
Gen-Z gilt als gleichgültig aber passt dieser Ruf wirklich zu ihnen.
Anders als ihr Ruf. Ich sitze mal wieder in der Bahn mit Verspätung. Brechend voll, weil der vorherige Zug ausgefallen ist. Mir gegenüber sitzen vier Jugendliche. Alle in Arbeitsfunktionsklamotten und deutlich nervös. „Boah, wir kommen bestimmt ne Stunde zu spät!“, meint der eine, worauf der andere antwortet „und ausgerechnet heute. Der Soundso fängt immer gleich mit Unterricht an.“ Und der dritte: „Oh nein, Wärmelehre!“ Die darauffolgenden Flüche lass ich mal weg. Dann folgten Überlegungen, was für Alternativen zur Bahn es gäbe, um irgendwie in Zukunft doch mal pünktlich in die Berufsschule zu kommen. Auto sei keine Option! Noch unberechenbarer und obendrein stressig. Eine Bahn vorher nehmen, hat ja jetzt schon nicht funktioniert. Und überhaupt, wie das alles dem Chef erklären, der denke ja jetzt schon, dass man sich nur vor der Schule drücken wolle. Für mich interessante 40 Minuten, in denen ich ein neues Bild der angeblichen „Ist doch alles Egal“-Generation bekommen habe. Und eine Bahnfahrt, die mich daran erinnert hat: „Die sind so – die Jungen!“ Vielleicht macht so viel Pauschalität mein Leben einfacher, mich aber mit denen zu beschäftigen, zuzuhören und offen zu begegnen zeigt oft, dass so viel mehr zu entdecken ist, als das Schubladendenken offenbart.
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