Jeder sieht mich

Hübsch herausgeputzt ist einem der Applaus schnell sicher. Aber was passiert, wenn er ausbleibt? Plagen mich dann gleich Selbstzweifel?

1 Kommentar
Kommentare
  1. Joachim S.
    Joachim S. aus der Schweiz sagte:

    Das mit den Followern: Da kenne ich so aus einige TV Beiträgen zum Thema. Da posten Menschen recht viel. Im Falle Magersucht ganz sterotypisch (oder extrem Muskeln aufbauen) und wie schön bin ich, wenn ich mich ganz schlank (oder muskulös) präsentieren kann und diese Menschen spüren eine gewisse Grenze nicht mehr. Klassischer Fall dann: Depression, Burnout, Therapie, Normalisierung, dann im Fernsehen als geglückter Rückkehrfall ins normale Leben dargestellt. Nun ist die Frage was das normale Leben ist (oder wert ist!!) und wie sicher man sich gegenüber Gott/Jesus damit fühlen kann/darf/sollte. Weiter brauche ich nicht schreiben. Fühl Dich sicher! Sicher geborgen!

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Der Mensch, das aufrechte Wesen. Prima! Im Tierreich bist du allerdings das beste Opfer. Alle können dich sehen. Schwups. Und weg bist du! Dafür hat der Mensch aber ein Bewusstsein für seine Sichtbarkeit. Er hat Ideen entwickelt, um trotzdem ganz gut überleben zu können. Wenn ich heute so durch die Social-Media-Kanäle geistere, werde ich den Verdacht nicht los, dass wir Menschen die Sache mit der Sichtbarkeit vielleicht auch ein bisschen übertreiben. Da zeigen viele Menschen nicht nur viel nackte Haut, sondern plaudern auch so munter aus dem eigenen Leben, fotografieren und posten, dass nichts mehr im Verborgenen bleibt. Totale Sichtbarkeit. Und um immer mehr Follower und Liker zu generieren, versuchen sie, immer mehr aufzufallen und herauszustechen aus der Masse. Jesus hat zu seiner Zeit immer wieder Menschen zurückgeholt in eine Gruppe; Menschen, die aus der Gesellschaft herausgefallen, nicht mehr sichtbar waren, weil sie arm, krank oder verhasst waren. Er hat sich um die Unsichtbaren gekümmert, sie in die Gruppe geholt, weil sie Schutz bietet. Das ist immer noch eine Aufgabe. Aber vielleicht ist es auch eine Aufgabe, den allzu Sichtbaren, die Opfer schlimmer Anfeindungen, die depressiv und ausgenutzt wurden, einen Weg zurück zu zeigen in ein Geliebt- und Geliked-Sein, dass nicht von der Anzahl ihrer Follower abhängt. Das wäre sicherlich auch im Sinne Jesu.