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Es ist doch verrückt: die Sommerferien sind kaum vorbei, organisiere ich gedanklich schon
die vom nächsten Jahr. Im Supermarkt sortieren sie Lebkuchen. Ich daheim, die alten Winterklamotten. Termine für Anfang 2025 stehen längst im Kalender. Im Hier und Jetzt leben – ich finde es echt schwer. So oft zerrt die Vergangenheit oder die Zukunft gedanklich an mir. Allem Achtsamkeitshype zum Trotz. Nein, Schaumbäder helfen da nicht, auch kein Tee. Was manchmal klappt ist: Hoch zum Himmel schauen, Wolken gucken, die Weite genießen. Und dann sehe ich diesen einen Satz vor Augen: Ich bin der Erste und der Letzte. Sagt der christliche Gott von sich. Ich denke auch zu mir. Die oft versucht sich zu zerreißen und alles richtig zu machen. Klappt aber nicht und vielleicht muss ich das auch gar nicht. Weil Gott alles – mein Leben inklusive – zusammenhält? Heute in der Mittagspause werde ich zum Himmel gucken, egal wie das Wetter ist. Und dann tief ein- und ausatmen und versuchen zu tun, was HEUTE zählt.

Foto: (c) radio m, Kerstin Mühlmann 










Man könnte den Beitrag benennen, mit der Überschrift:
Sich (wie unsicher) verorten in dieser verfügbaren Zeit in Bezug auf mich und Gott.
Mit welchem Gott haben wir es zu tun?
Ich beschäftige mich oft mit diesem einen Gleichnis, in dem der Mann mit dem einem Talent nichts daraus gemacht macht. Bei dem Gleichnis ist es so, dass der Mensch (alle 3) eine lange Zeit einfach vor sich „hinwursteln“ konnten, ohne dass Gott in irgendeiner Weise sich reinmischte. Dieser mit dem einen Talent durfte die ganze Zeit ein falsches Gottesbild mit sich herumtragen! Hinterher zählt einfach nur „der Erfolg“ und nicht der Nichterfolg.
Diese Betrachtungsweise weicht ab, dass man Gott mit jeder „Kleinigkeit“ kommen kann und ER permanent am Helfen ist, sofern man IHN nur richtig bittet und richtig betet.
Doch nun aber zu dieser Verwalter-Theorie: Es könnte sein, dass dieses Gleichnis tatsächlich nur für Verwalter gilt. Es kann sein, dass wir verwaltet werden im Auftrag Gottes, aber unser Verwalter momentan, sich wie Gott empfinden will.
Noch weiter gedacht, könnte dadurch eine Diskrepanz sein, dass „die Schöpfung“ zwar von Gott ist und dort noch viel vom Wesen Gottes sichtbar ist (z.B. die Freude an der Vielfalt), aber der Verwalter, diese Freude nicht fortführt und eher eine andere Philosophie hat. Sprich: Wozu braucht es so viele Schmetterlingsarten?
Mir ist aufgefallen, dass die christliche Szene allzu gerne, die sog. Schöpfung als Gottes Schöpfung einverleiben will in ihr Glaubenssystem. Das momentane Glaubenssystem bestimmt aber momentan unser Erden-Verwalter (Gott).
Was hat das nun mit dem Radio-Beitrag zu tun?
Es geht um die Frage, ob wir auf der Erde gut verwaltet werden und darin die ersehnte „Alltags-Ruhe“ finden können?
Es geht um die Frage, ob es eine Abweichung geben kann, zwischen Gott-der Schöpfer und Gott, der seine Schöpfung nun (eventuell?) verwalten lässt.
Krass ist folgender Gedanke: Man lebt unter dem Gesetz des momentanen Verwalters und wird aber später nach dem Gesetzt des Schöpfer-Gottes (der für die vielen Schmetterlingsarten verantwortlich war) beurteilt.